Indigene in Ecuador protestieren gegen die Regierung

Seit vergangener Woche marschiert der Indigenenverband Conaie gegen die ecuadorianische Regierung von Präsident Rafael Correa. Heute sind sie in der Hauptstadt Quito angekommen. Oppositionskräfte, Gewerkschaften und der Indigenenverband haben für heute einen Generalstreik angekündigt.

Screenshot: pallerismo/Instagram

Bereits vor über einem Jahr gab es Proteste wegen der Gesetze, die über die Wasserversorgung entscheiden. Screenshot: pallerismo/Instagram

Die Indigenen bezeichnen ihren Lauf als einen „Marsch für die Würde und das Leben“. Conaie fordert von der Regierung, mehrere Gesetzesentwürfe zurückzunehmen. Sie kritisieren außerdem eine geplante Verfassungsänderung, die vorsieht, dass alle Amtsträger unbegrenzt wiedergewählt werden können. Der Präsident nennt den Widerstand eine „Kampagne zum Sturz der Regierung“.

Twitter-Userin @shababaty, die sich regelmäßig kritisch gegenüber der Regierung äußert, twittert: „Indigene Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft stehen vor dem Eingang des El Arbolito Parks“

Ein Aspekt der umfangreichen Forderungen der Protestierenden betrifft die Zerstörung des Regenwaldes. Sie demonstrieren gegen die Erdölförderung, insbesondere gegen die geplanten Vorhaben im Yasuní Nationalpark. Fast das gesamte Gebiet des ecuadorianischen Urwaldes ist bereits in Konzessionen zur Erdölförderung unterteilt. Für ein armes Land wie Ecuador ist die Verlockung, durch Erdöl reich zu werden, sehr hoch.

Unter dem Hashtag #MarchaIndígena findet man Neuigkeiten über den aktuellen Verlauf der Proteste bei Twitter. Bereits seit einigen Tagen sind die Demonstranten in verschiedenen Städten auf der Straße.

Die Zeitschrift Vistazo dokumentiert den Marsch: „Der Marsch der Indigenen kommt in Loja an und der Protest marschiert weiter Richtung Quito“

Das Auswärtige Amt in Berlin hat einen Aktuellen Hinweis erlassen und warnt Touristen. „Derzeit finden in zahlreichen Städten des Landes regierungskritische Demonstrationen statt. Reisenden wird empfohlen, die Demonstrationsorte zu meiden“.

Hier erfahrt ihr mehr

  • Die ZEIT berichtete im letzten Jahr über die Entscheidungen in Sachen Erdölförderung im Yasuní Nationalpark.
  • In einem Dossier 2011 gibt es noch mehr Details über einen damals geplanten Rettungsplan für den Park und woran dieser letztendlich gescheitert ist.
  • Der Economist informiert über die wirtschaftlichen und politischen Probleme im Land (paywall).
  • Nationalgeographic zeigt Bilder von dem einzigartigen Nationalpark.