Ines Rau wird als erstes transsexuelles Playmate die Seiten des Playboys zieren

Zum ersten Mal in der 64-jährigen Geschichte des Männermagazins wird ein transsexuelles Model als Playmate gefeaturet. Einigen Leser*innen gefällt das gar nicht.

Das 26-jährige Model weinte vor Glück, als sie erfuhr, als Playmate ausgewählt worden zu sein. Quelle: Instagram supa_ines/

Das französische Model Ines Rau, 26, arbeitete bereits für die US-amerikanische und italienische Vogue sowie für eine Balmain-Kampagne. Als sie erfuhr, dass sie als Playmate des Monats ausgewählt wurde, weinte sie vor Glück, wie sie der NYT erzählt: „Es war ein Kompliment, wie ich es noch nie bekam.“

Ich hätte nie gedacht, dass die Menschen so transphob sind.“

Die Ankündigung des Magazins blieb nicht ohne Widerstand. „Ich habe viele hasserfüllte Kommentare gesehen“, erklärt Ines Rau. „Ich hätte nie gedacht, dass die Menschen so transphob sind. Auch wenn ich wusste, dass wir noch viel zu tun haben, um den Punkt zu erreichen, an dem die Transfrauen als Frauen gesehen werden.“

Cooper Hefner, 26, Chief Creative Officer von Playboy und Sohn des verstorbenen Hugh Hefner, betont, weiterhin hinter seiner Entscheidung zu stehen und erklärt, dass LGBT-Models gerade in Zeiten, in denen sich „die Geschlechterrollen entwickeln“, wichtig seien. 

Eigentlich hätte Ines Rau als Playmate auch auf dem Cover der Novemberausgabe erscheinen sollen, es wurde jedoch durch ein Bild des verstorbenen Hugh Hefner ersetzt, da es die erste Ausgabe nach dem Tod des Magazingründers ist. Einige Kommentator*innen in den sozialen Medien vertreten seither die Meinung, dass Hugh Hefner niemals eine Transgender-Frau als Playmate erscheinen lassen hätte.

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„Ich habe die Entscheidung getroffen, weil es die richtige Entscheidung war – unabhängig von den Kommentaren, die herauskommen. Es ist unglaublich, wie wenig die Menschen wissen, was er (Anm: Hugh Hefner) zu erreichen versuchte“, erklärt Hefner über seinen Vater. Abgesehen davon, dass Ines Rau bereits vor Monaten als Playmate ausgewählt wurde – als Hugh Hefner noch am Leben war – ist sein Sohn überzeugt, in der Philosophie seines Vaters zu handeln.

Denn bereits in der Vergangenheit kamen Transgender-Frauen im Heft vor. Auch Ines Rau modelte bereits im Mai 2014 einmal in einem speziellen Abschnitt namens Playboy A-Z völlig nackt für das Magazin. Auch wenn man in der Geschichte des Magazins zurückgeht, so erschien 1981 Caroline Cossey, ein transsexuelles englisches Modell, auf einem Playboy-Bild für den 1981 James-Bond-Film For Your Eyes Only neben anderen Bond-Girls. Sie gilt als die erste transsexuelle Frau, die es in den Playboy schaffte.

Als Ines Rau bei dem Shooting über ihre Erfahrungen in diesem Jahr befragt wurde, antwortete sie: „Ich denke zurück, wie es war, dieser kleine einsame Junge im Ghetto zu sein und wie ich im Schatten meines Zimmers saß. Jetzt bin ich in Los Angeles und modle für den Playboy, sehe so schön aus und fühle mich wunderbar.“