Inselkampf vor China: Um diese kleinen Paradiese streiten sich Staaten

Die Landkarte ist aufgeteilt, es gibt nichts mehr zu holen? Das sehen einige Regierungen ganz anders und streiten um paradiesische Inseln. 

© JIJI PRESS/AFP/GettyImages

Schön ruhig: die Senkaku-Inseln im Jahr 2010. © JIJI PRESS/AFP/GettyImages

Gerade wurde bekannt, dass China Boden-Luft-Raketen auf einer sehr unwichtigen Insel im Südchinesischen Meer stationiert hat. Yongxing Dao heißt das Eiland oder auch Woody Island und gehört zu den Paracel-Inseln. Es ist 2,13 Quadratkilometer groß, also etwas größer als Helgoland (1,7 Quadratkilometer), darauf stehen eine Schule, ein Monument, etwas Wald und seit neuestem eine Raketenbasis. 200 Kilometer weit reichen die Waffen – das ist bei näherer Betrachtung ja eher nicht so weit. Die Basis soll Luftangriffe auf die Inselgruppe abwehren.

Die Chinesen sind hier seit mehr als 40 Jahren, Taiwan und Vietnam hätten trotzdem gern ihr Fähnchen in den Boden stecken.

Der Grund für das Interesse: Im Südchinesischen Meer werden Öl und Gas vermutet, außerdem fahren hier täglich viele Handelsschiffe durch.

Nicht nur um Yongxing Dao streiten sich Regierungen, auch andere Inselgruppen in der Region wecken bei unterschiedlichen Parteien Begehrlichkeiten:

Paracel-Islands

Es streiten: China, Japan

Größe: 8,7 Quadratkilometer insgesamt

Einwohner: Schwer zu sagen. Zwischen 600 und 1500

Lage: Siehe oben, Luftabwehr-Raketen sind frisch installiert. Nahe der Paracel-Inseln liegen laut Wikipedia auch historische Schiffswracks, in denen noch einiges zu holen sein dürfte.

Senkaku Inseln

Schön ruhig: die Senkaku-Inseln im Jahr 2010. © JIJI PRESS/AFP/GettyImages
Schön ruhig: die Senkaku-Inseln im Jahr 2010. © JIJI PRESS/AFP/GettyImages

Es streiten: Taiwan, China,

Größe: etwa 5 bis 6 Quadratkilometer insgesamt

Einwohner: ∅

Lage: Die Inseln stehen unter japanischer Verwaltung, China ist aber scharf darauf und nennt die Inselgruppe Diaoyu – angeblich seit dem 15. Jahrhundert ein Teil von China, seit 1895 aber definitiv japanisch.

Spratly Inseln

Der Strand von Thitu-Island, Teil der Spratly-Inseln. Auch sie sind umstritten. © STR/AFP/Getty Images
Der Strand von Thitu-Island, Teil der Spratly-Inseln. Auch sie sind umstritten. © STR/AFP/Getty Images

Es streiten: Vietnam, China, Taiwan, Philippinen, Malaysia, Brunei

Größe: hat noch niemand ausgerechnet. Die Gruppe besteht aus mehr als 100 Inseln, Riffen und Atollen.

Einwohner: Hier leben nur Soldaten, fast alle streitenden Staaten haben Militär-Basen auf den Inseln.

Lage: Der Boden ist nirgends höher als vier Meter und wenn der Klimawandel so weiter macht, dann ist bald nicht mehr viel da, um das man sich streiten könnte.

Liancourt-Felsen

Gemütlich, diese Liancourt-Felsen. © Korea Pool/AFP/Getty Images
Gemütlich, diese Liancourt-Felsen. © Korea Pool/AFP/Getty Images

Es streiten: Japan, Südkorea

Größe: 0,21 Quadratkilometer (immerhin fast 30 Fußballfelder)

Einwohner: 2

Lage: Steil. Sogar Nordkorea erklärt sich solidarisch mit Südkorea – und hat das mit einer Briefmarke bekräftigt. Immerhin verwaltet Südkorea die Insel seit 1953. Im Jahr 1954 haben die Südkoreaner zuletzt ein japanisches Kriegsschiff vor den Inseln Felsen versenkt. Jetzt ist die Insel ein Touristenziel, bis zu 1800 Besucher versuchen es täglich – und rund 60 Prozent schaffen es durch die Wellen.

Socotra-Fels

Es streiten: China, Südkorea

Größe: Null. Bei Sturm guckt manchmal kurz ein Fels aus dem Wasser.

Einwohner: Ein paar Wissenschaftler und angeblich noch die Seelen ertrunkener Seeleute.

Lage: Südkorea hat 2001 eine Forschungsstation gebaut; Japan hat die Verwaltungshoheit.