Instagram will seinen Algorithmus verändern: Was heißt das für unsere Selfies?

Die Ankündigung kam über Nacht: Auf dem eigenen Firmen-Blog kündigte Instagram Änderungen am Foto-Stream an. Viele Likes sind immer noch möglich – man muss nur wissen, wie!

Unsere Selfies auf Instagram - bekommen sie bald weniger Herzchen? © Ed Gregory/pexels.com

Unsere Selfies auf Instagram - bekommen sie bald weniger Herzchen? © Ed Gregory/pexels.com

„See the Moments You Care About First“ – so hat Instagram seine Algorithmus-Veränderung angekündigt. Nicht mehr die zeitliche Reihenfolge der Postings, sondern die Relevanz soll entscheidend dafür sein, ob wir einen Post zu sehen bekommen oder eben nicht.

Bisher wurden Bilder oder Videos chronologisch angezeigt. Jetzt will Instagram die Anordnung des Feeds ändern: Bald entscheidet unter anderem die Interaktionsrate über die Sichtbarkeit eines Posts, sprich wie oft andere Nutzer auf den Post mit einem Like oder einem Kommentar reagieren.

Aber auch andere Faktoren sollen zukünftig beeinflussen, ob unsere Beiträge den besten Freunden prominent im Feed angezeigt werden: Wie oft stehen wir mit der anderen Person bei Instagram in Kontakt? Wie oft kommentieren oder liken wir die Beiträge des anderen? Sind wir auf Facebook Fan einer bestimmten Marke? Die Beiträge der Nutzer, die wir eher ignorieren, sollen in wenigen Wochen seltener oder gar nicht zu sehen bekommen.

[Außerdem auf ze.tt: Wie ein Paar seine Fernbeziehung über Instagram kittet]

Jetzt kommt der personalisierte Feed

Facebook begann schon 2009 seinen Stream nach diesem Prinzip anzuordnen. Mittlerweile experimentiert auch Twitter mit einer personalisierten Timeline.

Social-Media-Experte Jan Stranghöner kennt die Gründe, warum immer mehr Netzwerke unsere Feeds persönlicher gestalten wollen: „Der User soll so schneller an die Beiträge kommen, die ihn wirklich interessieren. Erwartet wird, dass er dann auch mehr Zeit in dem Netzwerk verbringt. Und: Das Netzwerk kann von Werbekunden höhere Gelder verlangen, damit diese mit ihren Produkten in den Streams der User auftauchen.“

Stranghöner gibt Tipps, wie wir unsere Postings jetzt schon verbessern können, damit wir auch nach dem Algorithmus-Wechsel noch viele Herzchen sammeln:

Mehr Emotion

Interaktion lässt sich provozieren: Man kann Postings so gestalten, dass die Follower eher dazu neigen, das Bild zu kommentieren oder zu liken. Mehr Filter können für ein dramatischeres Bild sorgen, auch provokantere Motive können zu einem Kommentar oder Like verleiten, auch mit seinem Text unter dem Post kann man locken. In diesem Text kann man auch einfach dazu aufrufen, den Beitrag zu liken oder zu kommentieren – das funktioniert oft sehr gut.

Hey @florianprokop, bringst du Oskar noch mal mit in die Redaktion? #dog #instatakeover #office

Ein von ze.tt (@zett) gepostetes Foto am

Freunde verlinken

Es kann sinnvoll sein, bestimmte Freunde in jedem Beitrag zu markieren, die bekommen dann eine Benachrichtigung und sind deshalb meist auch dann motivierter, deinen Beitrag zu kommentieren, als wenn sie ihn einfach nur so in ihrem Feed sehen.

Push-Benachrichtigungen aktivieren

Viele kennen diesen kleinen Trick schon bei Facebook oder Youtube: Als User kann ich bei Instagram nicht nur jemandem folgen, sondern auch Push-Benachrichtigungen aktivieren, wenn ich keinen Post meines Idols verpassen will. Auf die Option kann man seine Follower aufmerksam machen, die Push-Benachrichtigungen könnten für einige eine gute Option sein, nach der Algorithmus-Umstellung möglichst viele treue Fans zu behalten.

[Außerdem auf ze.tt: Mit dieser App kannst du deine Freunde bewerten]

Hashtags sinnvoll setzen

Hashtags sind primär kein Anreiz für erhöhte Interaktion Instagram – außer sie sind besonders lustig. Nach wie vor gilt hierbei: Für seine Bilder Hashtags zu wählen, die besonders populär sind – das lohnt sich vor allem dann, wenn mein Foto besonders relevant für diese Hashtags ist. Grundsätzlich können viele Tags deine Auffindbarkeit verbessern, sie sind aber keine Garantie für eine bessere Interaktionsrate.

Bewegtbild statt nur ein Bild

Videos tendieren dazu, stärkere Interaktion hervorzurufen: Wir können bei Facebook beobachten, dass Videos dort sehr gute Interaktionsraten generieren. Bewegung im Bild, Musik, eine andere Farbsprache: Videos sind für viele User ansprechender als einzelne Bilder. Wer weiter viele Follower in Sozialen Netzwerken gewinnen will – völlig egal, ob Facebook, Twitter oder Instagram – wird sich immer mehr mit dem Thema Video auseinandersetzen müssen.

Schick statt Schrott

Es ist zu erwarten, dass der neue Algorithmus auch als Qualitätsfilter funktionieren wird: Scharf fotografierte Bilder mit interessanten Geschichten und einer hohen Relevanz könnten bald noch erfolgreicher bei Instagram sein. Ein Ziel des Algorithmus sollte sicherlich sein, Spam und Schrott aus unseren Feeds zu verbannen.