Irischer Fan schreibt offenen Brief an Thomas Müller

Es müllerte im Doppelpack am Montag, als Deutschland gegen Schottland 3:2 gewann. Während Jogis Jungs das Ticket für die EM 2016 in Frankreich damit fast lösten, bibbert ihr nächster Gegner Irland noch um den Einzug ins Turnier. Ein irischer Fan schrieb Thomas Müller deshalb Vorschläge, die ihn in Dublins Innenstadt statt auf dem Fußballfeld auflaufen lassen sollen. 

Screenshot aus dem Trailer zum Film "Die Mannschaft": Constantin Film/Youtube

Thomas Müller im Dirndl im Film "Die Mannschaft" Screenshot aus dem Trailer zum Film "Die Mannschaft": Constantin Film/Youtube

„Lieber Thomas, wie geht es dir?“, schreibt der Fußball- und ganz offensichtlich Müller-verrückte Ire auf balls.ie. Die netten Zeilen, die wahrscheinlich von Mikey Traynor, einem der Redakteure der Webseite stammen, sind eine Lobeshymne auf den deutschen Stürmer und zugleich ein Zeugnis von Angst. Angst davor, dass die Iren ihr nächstes Gruppenspiel in der Europameisterschafts-Qualifikation (am 8. Oktober ab 20.45 Uhr live bei RTL) verlieren.

Deshalb nimmt der Verfasser des Briefs lange Anlauf, bis er Müller freundlich darum bittet, sich doch bitte anderweitig in Dublin zu beschäftigen. Er schwärmt von der Nervenstärke Müllers, der sich noch weniger als seine Teamkollegen von der berauschenden Atmosphäre des Glasgower Hampden Parks hat beeindrucken lassen.

I was worried that Scotland’s desperation for a result coupled with the big-match atmosphere in Hampden Park may perhaps cause some nervousness in your team, […] but you…You had your head in the game. Thank you for that.

Zugegebenermaßen wäre ein Ausrutscher der DFB-Elf gegen Schottland für Irland nicht ungefährlich gewesen. Die beiden Länder stehen auf Platz drei und vier der Gruppe D der Europameisterschafts-Qualifikation und sind damit direkte Konkurrenten, um den Einzug ins Turnier.

„Vielleicht liegt es daran, dass du wie einer der kleinen Brüder von einem Kumpel von mir aussiehst, dass ich dich eh schon immer mochte und dich verteidigte, wenn andere meinten, du hättest ein sehr zerknautschtes Gesicht“, schwärmt der Verfasser weiter und lobt Müllers zwei Tore und seine Vorlage zum Dritten:

1. Ein Geniestreich!
2. Purer Stürmerinstinkt!
3. Du und dein wunderschöner bayerischer Kopf hatten andere Ideen, als aufzugeben!

Man könnte wirklich meinen, der Schreiberling sei verliebt in den Bayern-Stürmer. Und das nicht mal ganz zu Unrecht, Müller ist in Top-Form und schießt mehr Tore als Spiele, die er spielt.

Dann aber kommt der Ire zum Punkt und schlägt Müller vor, sich doch lieber der Kultur der irischen Hauptstadt hinzugeben oder einfach mal Dublin zu entdecken, statt Fußball zu spielen:

I understand that you will 100% be picked for the squad for the match on October 8th, and that you will travel to Dublin, but I would like to point out some of the other events that will take place in our fair city on that night, and perhaps you may want to attend one of them instead.

So könne er zum Beispiel einer Gesprächsrunde über den irischen Osteraufstand beiwohnen, den Klängen des Irischen Kammerorchesters lauschen, das am selben Abend das Beste von Haydn, Mozart und Stravinsky spielt, oder einfach mal joggen gehen und alle seine Bayern-Teammates gleich mitnehmen.

I know you’ve been to Dublin before, but have you ever really seen Dublin? Now is your chance. I know you’re an active person so why not get involved and head to St. Stephen’s Green for a jogging tour of all the City’s main attractions? It’s sounds like a right laugh, maybe bring some of your Bayern teammates along too?

Zum Schluss des Briefes bedankt sich der irische Fan noch einmal für den Bärendienst, den Thomas Müller mit seinen Toren nicht nur der deutschen, sondern eben auch der irischen Mannschaft erwiesen habe und wünscht ihm alles Gute und ‚auf wiedersehen.‘ Wir sind gerührt und hoffen auf ebenso viel Liebe von den schottischen Fans, wenn wir am 8. Oktober gegen Irland gewinnen sollten.