Iss, Model, iss! Sonst gibt’s kein Geld

Steile Ansage eines britischen Labels: Wer nichts isst, kriegt kein Geld.

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Muss. essen. Brauche. Geld. | © Photocase

Weil sich ein Model weigerte zu essen, Wahnvorstellungen bekam und wirres Zeug redete, wurde sie während eines Mode-Shootings der Luxusmarke Rose & Willard nach Hause geschickt. Das hat jetzt Folgen für alle Models des Labels: Die Briten möchten ihre Models jetzt einen Vertrag unterschreiben zu lassen, der sie dazu verpflichtet, während Shooting-Pausen vor den Augen der Angestellten zu essen.

„Wir haben beschlossen, eine nicht-verhandelbare Zusatzklausel in unsere Verträge mit der Modeagentur aufzunehmen. Sie besagt, dass jedes Model eine Mahlzeit in unserer Gegenwart essen muss“, schreibt Label-Gründerin Heidy Rehman in der Huffington Post.

[Außerdem auf ze.tt: Ein Model wettert gegen die Selbstinszenierung im Web]

Nur ein kleines Häppchen oder später essen zu wollen, wäre genauso wenig erlaubt. Wer sich nicht daran hält, bekäme kein Honorar, erklärt Rehman. „Ja, es ist eine Form von Bevormundung“, sagt sie. „Aber wir haben die Verantwortung, die jungen Frauen vor einer Industrie zu schützen, die sie hungern lässt und ihre Gesundheit schädigt.“

Das klingt nach guter Absicht – und gleichzeitig nach einer dummen Maßnahme: Werden die Models tatsächlich gezwungen, unter Aufsicht der Angestellten zu essen? Ein Sprecher des Labels verneint: „Die Models werden einfach in der Mittagspause in informeller und freundlicher Atmosphäre mit uns mitessen. Wir sind ein kleines Team und bei Foto-Shootings machen wir auch normalerweise gemeinsam Mittag. Das Model laden wir auch dazu ein.“ Was die Models essen, bliebe ihnen überlassen.