Jemmaroid von Laalaa: Frau ändert Namen, um ihren Facebook-Account zurück zu bekommen

Seit sie sich im Jahr 2008 bei Facebook registrierte, nannte sich Jemma Rogers im Netz „Jemmaroid von Laalaa“. Als Facebook ihren Account wegen des Fake-Namens sperrte, ließ sie sich offiziell umbenennen. Und es hat nichts gebracht.

Isabell Prophet

Jemmaroid von Laalaa - wie weit ich mit diesem Namen wohl komme? Isabell Prophet

Sie wollte ihren Facebook-Account zurück. Und zwar wirklich dringend. Deshalb heißt Jemma Rogers nun Jemmaroid von Laalaa; so hatte sie sich damals genannt, als sie sich vor sieben Jahren registrierte. Weil sie eben nicht von jedem gefunden werden wollte.

Facebook sperrte den Account. Hintergrund: Seit je her besteht das Unternehmen darauf, dass die Nutzer sich mit ihrem tatsächlichen Namen registrieren. Und so bekam Jemma eines Tages eine Nachricht mit der Bitte, ihren Namen zu verifizieren, mit Kreditkarte oder Geburtsurkunde. Entweder das, oder sie würde ihren Account verlieren.

Jemmaroid von Laalaa. Screenshot: Telegraph
Jemmaroid von Laalaa. Screenshot: Telegraph

Jemma sah keine andere Wahl: Sie ging zum Amt und änderte ihren Namen, um ihre Kreditkarten ändern zu lassen. Es brachte ihr: Nichts. Noch immer Antwortet Facebook nicht auf ihre Nachrichten, berichtet der „Telegraph„. Das ist nun fünf Wochen her.

„Facebook hat zuviel Macht – und das ist etwas erschreckend.“

Jemmaroid kritisiert Facebooks Namenpolitik scharf: „Was, wenn ein Missbrauchsopfer bei Facebook sein will, aber nicht gefunden werden will und deshalb ein Pseudonym verwendet? Facebook hat zuviel Macht – und das ist etwas erschreckend.“

Google zum Beispiel schaffte die Klarnamenpficht bereits im Jahr 2014 ab, nachzulesen bei Zeit Online. Facebook hingegen legt sich immer wieder gern mit Nutzern an. Kein Wunder: Mit echten Namen ist richtig viel Geld zu verdienen, weil sie in Verbindung mit dem Verhalten im Internet ein schönes Konsumentenprofil ergeben. Im Jahr 2013 bestätigte das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein, dass Facebook die Namen verlangen darf.

Auch Bestseller-Autoren sind nicht sicher

Skurrile Züge nahm das im Fall des indisch-britischen Autors Salman Rushdie an. Der heißt eigentlich Ahmed Salman Rushdie und wurde mit den „Satanischen Versen“ ziemlich berühmt. Eigentlich heißt er ‏سلمان رشدی‎, aber das ist Urdu und sei deshalb nur am Rande erwähnt. Jedenfalls: Facebook sperrte Rushdies Profil, und der sollte ein Foto seines Passes an Facebook schicken, um sich auszuweisen. Das tat er auch. Und in diesem Pass steht, dass Salman Rushdie Ahmed Salman Rushdie heißt. Facebook entsperrte das Profil natürlich sofort – und benannte Rushdie in Ahmed um. Schlussendlich lenkte Facebook in diesem Fall aber ein.

„Ich kann nicht glauben, dass ich nun diesen dummen Namen habe – und noch immer nicht in meinen Facebook-Account reinkomme“, sagt Jemmaroid heute. Ohne Facebook habe sie alle ihre Fotos, Nachrichten und wertvollen Erinnerungen verloren. Stattdessen hat sie nun eine Kreditkarte und einen Führerschein, auf denen Jemmaroid von Laalaa steht. Das ist ja auch schon was.