Kaffee zum Mitnehmen war gestern – trink ’ne Brühe!

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Der Suppenkunst sind keine Grenzen gesetzt: Brühe mit Ravioli-EinlageFoto: VICUSCHKA / Photocase.de

Vergesst den Moccha Latte halbfett mit Sojamilch – jetzt heißt es: Rinderbrühe mit aromatisierter Butter und Ingwer, bitte! 

Nach Cupcakes und Cronuts schwappt ein neuer amerikanischer Foodtrend zu uns rüber: Er nennt sich „bone broth“ und kommt aus New York. Statt mit einem Coffee-to-go hetzen immer mehr hippe Großstädter mit einem Becher Brühe-to-go über die 5th Anvenue. Ihr Vorteil: Sie sind weder klebrig noch zuckrig und darüber hinaus sehr gesund.

Neu ist das Modegetränk nicht – schon Oma hat liebend gerne Knochen und Suppengemüse in einen Topf geschmissen und so lange köcheln lassen, bis ein herzhaftes Aroma entstand. Die Frage ist, wie man das Gericht aufmacht. Ein Mann, der die Suppe wieder zum Trend werden liess, heißt Marco Conora.

Im November 2014 eröffnete der Starkoch die Suppenküche Brodo neben seinem Nobelrestaurant Health, mit dem er zuvor schon Erfolge feierte.

Als Brodo gerade einmal zwei Monate seine Knochenbrühe verkaufte, berichtete die New York Times von dem neuen Zaubertrank. Sie erkor die bone broth zum neuen Trendgetränk. Heute verkauft Conora seine Brühe à la cup für rund sechs Dollar. Die Leute stehen Schlange.

Grund für den Erfolg scheint auch der Trend zur Paleo-Diät zu sein. Anhänger der sogenannten Steinzeit-Diät verzichten auf Zucker, Hülsenfrüchte und Getreide und essen bestenfalls so, wie es Neandertaler taten: möglichst unverarbeitet. Die Brühe aus Tierknochen ist ein wichtiger Bestandteil der Paleo-Diät.

Seit Ende letzten Jahres kaufen nun auch hippe Berliner in Kreuzberg die Knochenbrühe. Bonafide Broth bietet neben Rinderbrühe, Hühnerbrühe und veganer Pilzbrühe auch saisonal wechselnde Angebote wie Fisch- oder Entenbrühe an. Für einen Euro Aufschlag bekommen die Kunden einen extra Löffel Aroma-Butter oder Knochenmark dazu.