„Kannst du dich nicht entscheiden?“: 8 Fragen, die Bisexuelle nicht mehr hören können

Jeder weiß, was Homosexualität ist. Wer sich dagegen als bisexuell outet, löst selbst in aufgeklärten Freundeskreisen Unsicherheit aus. Unsere Autorin listet die nervigsten Fragen auf.

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1. Männer und Frauen, ist das nicht gierig?

Ein verbreitetes Klischee, genau wie „Bisexuelle sind untreu“ und „können sich nur nicht entscheiden“. Skurrilerweise sind es vor allem Lesben, die solche Vorurteile pflegen oder dich für eine Mode-Lesbe halten, wie zum Beispiel ein vor ein paar Jahren viral gegangenes Video zeigt:

Heterosexuelle Männer dagegen reagieren meist so:

2. Lust auf einen Dreier?

Diese Frage hören vor allem bisexuelle Frauen so oft, dass sie beginnen an der Monogamie zu zweifeln. Kein Wunder, der Dreier bleibt die beliebteste sexuelle Fantasie. Das heißt aber noch lange nicht, dass jede*r Bisexuelle Lust darauf hat – vor allem nicht, wenn so plump danach gefragt wird. Also gebt euch wenigstens Mühe, liebe Paare. Und wundert euch nicht, wenn ihr trotzdem eine Abfuhr kassiert. Ein Freund von mir antwortet auf solche Angebote nur noch trocken mit dem beliebten Spruch: „Wenn ich zwei Menschen auf einmal enttäuschen möchte gehe ich mit meinen Eltern essen.“

3. Darf ich zusehen?

Nein. Dafür sind Pornos da.

4. Ich dachte, Bisexualität ist nur eine Modeerscheinung?

Natürlich gibt es sie, die Mädchen, die bei „I kissed a Girl“ laut mitsingen und das schon für ein bisexuelles Abenteuer halten, genauso wie ihr männliches Gegenstück. Aber nur Masochisten geben sich konsequent als bi aus und betrachten die Verachtung ihrer konservativen Verwandtschaft, das nervige bis qualvolle Outen und die gelegentlichen Beschimpfungen als originelles Accessoire für ihre Persönlichkeit.

5. Wie war das für dich in der Umkleidekabine?

Wer solche Fragen stellt, denkt auch, Männer und Frauen könnten nicht befreundet sein. Nach dieser Logik hätten Bisexuelle überhaupt keine Freunde, nur Beute.

6. Sind Frauen nicht alle bi?

Einer aktuellen Studie zufolge sind es zumindest 75 Prozent aller Frauen. Möglicherweise stimmt das sogar. Was bisexuelle Frauen bei solchen Sätzen aber hören, ist: „Ich habe einmal betrunken mit meiner besten Freundin rumgeknutscht und kann mich deswegen total einfühlen, wenn du erzählst, wie dir fremde Menschen vor die Füße gespuckt haben, nur weil du mit deiner Freundin Händchen gehalten hast.“

7. Aber du siehst gar nicht bi aus?

Wie soll man sich das auch vorstellen? Karohemd, aber Wallemähne? Für die Männer ein gut geschnittener Anzug, den sie mit Birkenstocksandalen kombinieren?

8. Du hast ja einen festen Freund, bist du jetzt nicht mehr bi?

Bisexualität wird gerne als Schrödingers Katze der Sexualität bezeichnet. Hat eine Frau einen festen Freund, gilt sie als hetero, bei einer Freundin als lesbisch. Dabei ist es wirklich nicht kompliziert: Bisexuelle finden Frauen und Männer attraktiv. Wer mit dem Konzept noch immer Probleme hat möge sich dieses 6-Sekunden-Video von Vine-Star Thomas Sanders ansehen:

Oder einfach nachfragen. Die wirklich dummen Fragen hätten wir ja hiermit abgehakt.