Kappe statt Tampon: billiger, gesünder und besser für die Umwelt

Tampons produzieren Müll, sind teuer und entziehen der Vagina Feuchtigkeit. Menstruationskappen sind eine umweltfreundliche Alternative. 

Mit einer Kappe sparst du unglaublich viele Tampons. Bild: ze.tt

Zwischen 10.000 und 16.000 Tampons oder Binden verbraucht jede Frau durchschnittlich im Laufe ihres Lebens. Hinzu kommen Plastikhüllen, Verpackungen und Unmengen an Klopapier. Und alles landet im Müll.

Alleine in Deutschland produzieren alle Frauen zwischen 15 und 45 zusammen mehr als 20.000 Tonnen Müll nur mit Hygieneartikeln für die Tage, das schätzt die Firma Lunapads, die Hygieneartikel herstellt.

Neben Bio-Tampons – die auch Müll produzieren, wenn auch biologisch abbaubaren –, selbst genähten Binden oder einfach laufen lassen, gibt es eine weitere Alternative: die Menstruationskappe. Wie sie funktioniert, was sie so gut macht und was du beachten solltest, liest du hier:

Die Vorteile

1. Du vermeidest Müll

Mit einer Kappe kannst du bis zu 300 Tampons oder Binden pro Jahr sparen. Wenn du sie richtig pflegst, sogar 3.000 – denn die Kappen können bis zu zehn Jahre halten.

2. Du sparst Geld

Vertrauenswürdige Kappen kosten um die 30 Euro. Im ersten Jahr sparst du nicht viel mehr als mit Tampons. Da eine Kappe aber so lange hält, kannst du mehrere hundert Euro sparen.

[Außerdem bei ze.tt: Meine Periode und ich – eine Hassliebe in Bildern]

3. Du kannst mit der Kappe schwimmen gehen

Durch einen leichten Unterdruck saugt sich die Kappe in der Vagina fest und ist daher tropfsicherer als Tampons. Außerdem saugt die Kappe kein Wasser auf, sodass keine unerwünschten Bakterien entstehen können.

4. Die Kappe greift nicht die Schleimhäute an

Tampons saugen nicht nur Blut auf, sondern auch die Feuchtigkeit der Vagina. Trockene Schleimhäute sind anfälliger für Pilze und Bakterien. Menstruationskappen nehmen nur das Blut auf und wirken sonst nicht auf die Schleimhäute ein. Eine Studie konnte zudem zeigen, dass sich Bakterien, die zum toxischen Schocksyndrom führen können, nicht im gleichen Maße auf Kappen entwickeln können wie auf Tampons.

So verwendest du die Kappe

Zugegeben: Es ist bequemer, einen vollen Tampon einfach wegzuschmeißen. Um die Kappe entspannt einzusetzen, braucht es am Anfang etwas Übung.

So setzt du sie ein

Wasche vor dem Einsetzen deine Hände. Drücke die Kappe in der Mitte zusammen und falte sie. Führe sie so gefaltet in die Vagina ein, bis du sie nicht mehr spürst. Das geht im Sitzen, in der Hocke oder im Stehen. Sobald du die Kappe loslässt, sollte sie sich in der Vagina entfalten und passt sich von selbst deinem Körper an. Du kannst testen, ob sie richtig sitzt, indem du mit dem Finger an der äußeren Kante entlang fährst. Wenn du das Gefühl hast, sie hat sich festgesaugt, dann sitzt sie richtig.

So entleerst du sie

Menstruationskappen musst du nicht öfter als Tampons wechseln. Wie oft, richtet sich danach, wie stark deine Blutungen sind und wie groß die Kappe ist. Der Vorteil allerdings: Du kannst die Kappe bis zu maximal zwölf Stunden drin lassen.

Um sie zu entleeren, drücke mit zwei Fingern die volle Kappe in deiner Vagina leicht zusammen. So löst sich der Unterdruck und du kannst die Kappe nach unten ziehen. Zieh nie am Zipfel der Kappe, bevor du den Druck gelöst hast, denn das kann schmerzhaft sein. Das Blut kannst du direkt in die Toilette oder beim Duschen in die Dusche tropfen lassen. Die Kappe kannst du entweder mit Papier abwischen oder kurz auswaschen, bevor du sie wieder einsetzt.

So reinigst du sie

Nach der Periode und vor der nächsten solltest du die Kappe für fünf Minuten in einem Topf mit Wasser kochen. Dadurch werden Bakterien abgetötet. Die Kappe sollte komplett mit Wasser bedeckt sein und den Boden nicht berühren. Zudem solltest du die Löcher an den Seiten, die den Unterdruck ausgleichen, durchstechen, damit sie freibleiben. Die Kappe verstaust du danach am besten in einem Stoffbeutel, bis du sie wieder brauchst.

So kaufst du die richtige Kappe

Leider gibt es mittlerweile einige Imitate auf dem Markt, die aus Plastik oder minderem Silikon gemacht sind. Beim Kauf solltest du daher darauf achten, dass die Kappe frei von Latex, Formaldehyd, PVC, Bisphenol-A und anderen Weichmachern ist.

Geprüfte Kappen findest du zum Beispiel im Shop der Website erdbeerwoche. Sie sind frei von diesen schädlichen Stoffen. Weitere vertrauenswürdige Marken sind Lady Cup, Lunette oder MooncupRuby Cup spendet bei jeder Bestellung sogar eine Menstruationstasse an ein Mädchen in Afrika.

Die meisten Hersteller produzieren Menstruationskappen in zwei Größen und verschiedenen Härten. Anhand dieser Grafik kannst du herausfinden, welche dir passt:

© erdbeerwoche

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