Keine Türen im Wohnheim: Indonesische Ministerin will Studierenden Homosexualität austreiben

Indonesien erlebt einen Backlash in Sachen LGBTQ-Rechte. Einen Monat bevor das indonesische Verfassungsgericht darüber entscheidet, ob schwuler Sex wieder unter Strafe gestellt wird, wartet eine Ministerin mit einem absurden Vorschlag auf.

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Knutschende Typen? Nicht mit der indonesischen Sozial-Ministerin. © gschpaenli/photocase.de

Aus westlicher Sicht war Indonesien nie der Traum von queer-right Aktivist*innen, jedoch wurde Homosexualität dort immer relativ toleriert. Die Lage ändert sich 2016 jedoch dramatisch, wie Human Rights Watch in einem im August veröffentlichten Bericht feststellt.

Laut „Asian Correspondent“ schlug die indonesische Sozialministerin Khofifah Indar Parawansa nun vor, die Zimmertüren in den Studierenden-Wohnheimen zu entfernen, um so promiskuitiven, aber vor allem eben homosexuellem Sex vorzubeugen. Jakarta Post zitiert die Ministerin: „Nicht nur Männer und Frauen tun es, genau so gefährlich ist es, wenn Männer mit Männern und Frauen mit Frauen schlafen.“


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Die 22-Jährige Studentin Agyl Tri Pramesti, kann laut Jakarta Post dem Vorschlag nichts abgewinnen – und das nicht nur wegen dann fehlender Privatsphäre: “Der Vorschlag ist unfassbar, wir Studierenden denken dabei noch mehr an unsere Sicherheit.“ Fehlende Türen könnten die Diebstahlquote erhöhen.

Immer mehr Politiker*innen Indonesiens äußern sich extrem homophob, beispielsweise erklärte der Verteidigungsminister Ryamizard Ryacudu bereits im Februar, Homosexualität sei „schlimmer als ein Atomkrieg.“ Außerdem wollte die Regierung schwule Dating-Apps und Emojis verbieten. Auch wenn der indonesische Präsident sich kürzlich gegen die Diskriminierung Homosexueller durch die Polizei aussprach, entscheidet im Dezember 2016 das Verfassungsgericht Indonesiens, ob schwuler Sex unter Strafe gestellt wird.