Klimagipfel in Marrakesch: Viel Diskussion, keine Entscheidungen

Heute startet die 22. UN-Klimakonferenz in Marrakesch. Schon wieder eine dieser Laber-Veranstaltungen, auf der Klima-Minister*innen diskutieren und sich dafür feiern? 

Foto: Peter Macdiarmid/Getty Images

Bei der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen: Die Welt in Wärmezonen. Foto: Peter Macdiarmid/Getty Images

Kurz gesagt: Ja. Allerdings geplant.

Am 12. Dezember 2015 einigten sich 195 Staaten auf der Klimakonferenz in Paris feierlich auf gemeinsame Klimaziele. Unter anderem soll die Erderwärmung bei unter zwei Grad – im Vergleich zum vorindustriellen Status von 1850 – bleiben. Außerdem wurde ein Fonds abgesegnet, der mit insgesamt 100 Milliarden US-Dollar Entwicklungsländer beim Klimaschutz unterstützen soll.

[Außerdem bei ze.tt: Wenn der Pariser Klimagipfel in die Geschichtsbücher kommen soll, müssen konkrete Pläne her]

So weit, so gut. Als sich 2015 in Paris auf gemeinsame Klimaziele geeinigt wurde, war die Euphorie groß. Wie genau die Ziele allerdings erreicht werden sollen, das blieb bisher offen. Jetzt müssen die Methoden konkretisiert werden. Das soll (unter anderem) in Marrakesch passieren.

Hauptsächlich geht es darum, wie die einzelnen Staaten ihre versprochenen Ziele erreichen können. Welche Methoden eignen sich am Besten, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren? Und wie kann das Einhalten der Ziele überprüft werden?

Viel Diskussion, keine Entscheidungen

Endgültige Entscheidungen wird es in Marrakesch nicht geben. Zum einen, weil sie gar nicht geplant sind und zum anderen, weil auch noch nicht alle der teilnehmenden Staaten den Vertrag ratifiziert haben. Sie haben noch kein Mitbestimmungsrecht, weshalb auch noch nicht wirklich viel entschlossen werden kann.

Trotzdem ist die Konferenz (hoffentlich) nicht sinnlos: Die Staaten werden sich austauschen, Details ausarbeiten und ‚best practice‘-Methoden weitergeben. Der Spiegel schreibt: „Es ist eine Diskussionsagenda.“ Eins der Themen wird zum Beispiel die Finanzhilfe für die Entwicklungsländer sein. Welcher Staat kann, will und wird wie viel wofür geben?

Tagespunkt: Feierei

Ein weiterer wichtiger Tagespunkt wird das Feiern sein: Noch nie ist ein internationales Abkommen, das 195 Staaten betrifft, in nur elf Monaten in Kraft getreten, sodass er nun als gültig bezeichnet werden kann. Das sei „eine historische Leistung der Diplomatie“, schreibt der Spiegel. In der Regel braucht die Akzeptanz eines UNO-Abkommens mehrere Jahre.

Dieser Erfolg lag unter anderem auch am Einsatz des Noch-US-Präsident Barack Obama, schreibt die Tagesschau. Er setzte alles daran, „dass diese Vereinbarung mit seinem Namen verbunden bleibt.“ Jetzt könnte selbst ein neuer Präsident Donald Trump – ein großer Klimawandel-Leugner – dem geplanten Kampf gegen die Erderwärmung nicht mehr viel anhaben; kein Staat steigt ohne weiteres wieder aus dem Vertrag aus.