Ein ganzes Dorf in Alaska muss wegen des Klimawandels umziehen

Weil der Meeresspiegel immer weiter steigt, müssen die Einwohner von Shishmaref ihre Insel vor der Küste Alaskas jetzt verlassen. Damit sind sie die ersten US-Amerikaner, die wegen des Klimawandels ihre Heimat aufgeben.

Shishmaref

Shishmaref wird von allen Seiten vom Meer überflutet © Bering Land Bridge National Preserve / Flickr.com / CC BY 2.0

„Ich hoffe, dass ihr im Gegensatz zu mir niemals darum gebeten werdet, wegen des Klimawandels einen Preis für euer Zuhause festzulegen“, das schrieb der Amerikaner Esau Sinnok Ende 2015 als Jugend-Botschafter im Rahmen der Pariser Klimakonferenz in einem Essay fürs US-Innenministerium.

Jetzt ist es tatsächlich soweit: Die rund 600 Einwohner seines Heimatdorfes – Shishmaref vor der Küste Alaskas – haben laut CNN in einer Volksabstimmung beschlossen, umzuziehen – weil der Meeresspiegel immer weiter steigt und das Land verschlingt. Seit über 500 Jahren leben Inuit auf der Insel. Wohin genau die Gemeinde nun gehen will, ist unklar.

„Die Insel wird komplett verschwinden“

„Ich bin 1997 geboren und seitdem hat Shishmaref etwa 30 Meter verloren. In den vergangenen 15 Jahren mussten wir wegen dieses Landverlustes 13 Häuser – einschließlich des Hauses meiner Oma Edna – von einem Ende der Insel zum anderen verlegen“, schrieb Esau, der gerade von der Regierung wegen seiner Bemühungen, auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen, ausgezeichnet wurde. „Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte wird die Insel komplett verschwinden.“

Shishmaref
Hier lässt sich noch die ursprüngliche Küstenlinie Shishmarefs erkennen. © Screenshot / Surging Seas

Damit ist das Dorf Shishmaref ein Symbol für die weitreichenden Folgen globaler Erwärmung – gleichzeitig aber leider nicht der einzige US-amerikanische Ort, der dem Treibhauseffekt zum Opfer fällt: Einer Studie des „Government Accountability Office“ zufolge sind 31 weitere Dörfer in Arktisnähe unmittelbar bedroht.

Dramatische Lage in Louisiana

Akut unter den Folgen des Klimawandels leiden die Menschen im US-Bundesstaat Louisiana. Die Situation ist katastrophal: Innerhalb von zwei Tagen sind dort vier Billionen Liter Regen gefallen, elf Menschen sind gestorben, 40.000 Häuser wurden beschädigt, 30.000 Menschen mussten aus den Wassermassen gerettet und 10.000 Personen in Notunterkünfte gebracht werden.

Allein in den vergangenen 15 Monaten haben sich in den USA die Jahrhundert-Unwetter gehäuft, das Mississippi-Gebiet ist auf Grund seiner Lage immer wieder besonders heftig von Überflutungen betroffen. Und das aktuelle Unwetter ist die schlimmste Naturkatastrophe seit Hurrikan Sandy Ende 2012, sagte das Rote Kreuz; im Netz ist sogar von Katrina 2.0 die Rede.

Hier ein Beispiel des Gebietes um Baton Rouge vorher und nachher:

Mehr Vorher-Nachher-Bilder der Überflutungen in Louisiana gibt hier bei der Los Angeles Times.

Der Klimawandel ist real

Noch-Präsident Obama steht derzeit in der Kritik, weil er seinen Sommerurlaub auf Martha’s Vineyard bisher nicht unterbrochen hat.

Doch auch er weiß um die Brisanz des Themas Klimawandel und twitterte: