Können Roboter die Liebe retten?

Die Liebe kann ganz schön nerven. Wird es Zeit, robophil zu werden?

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Können Roboter die Liebe retten? Mensch-Maschine-Paare wird es in Zukunft zumindest häufiger geben. Giphy

Sich begegnen, einander kennenlernen, miteinander schlafen, ein Paar sein: Uff, das ist alles furchtbar kompliziert. Wie kompliziert, davon kann unsere Generation, die – wir müssen den Begriff ein weiteres Mal strapazieren – Generation Y, ein Lied mit drölf Strophen singen.

Dating-Apps und die Vielzahl potenzieller Partner sorgen für eine Unverbindlichkeit, die die Liebe zu einem unbezwingbaren Endgegner aufbläst. Mit einem Partner ein Leben lang zusammenbleiben: Das gelingt, so macht es den Anschein, nicht mal mehr mit Cheats.

Robophilie ist der ultimative Hack der Liebe

Da stellt sich schon die Frage, warum wir überhaupt noch auf Partnersuche gehen. Oder auch: Warum fixieren wir uns noch immer auf Menschen? Weshalb nehmen wir nicht einfach die Abkürzung ins Glück der Zweisamkeit – und schnappen uns eine schmucke Maschine?
ex-machina-gifQuelle: Giphy
Robophilie ist null abwegig, einige Science-Fiction-Filme haben das Szenario längst durchgespielt. In „Ex Machina“ verguckt sich beispielsweise der Programmierer Caleb in die Künstliche Intelligenz Ava, Theodore Twombly kommt in „Her“ nicht mal mehr von seinem körperlosen Betriebssystem los.

Zwar findet keine der Filmaffären ein glückliches Ende. Aber auch nur, weil die Autoren ihren Maschinen fürs cineastische Konfliktpotenzial eine wichtige Eigenschaft mitgegeben haben: die Kraft zum Widerspruch.

In der Zukunft sind Mensch-Maschine-Paare nichts Besonderes mehr

In der Realität sieht das anders aus. Bewusst aufsässige Maschinen gibt es nicht. Sie lieben künstlich, aber bedingungslos – und mit solcher Überzeugungskraft, dass ein paar Männer bereits verrücktspielen.

Die ProSieben-Sendung „Galileo“ berichtete kürzlich von einem Japaner, der sich mit seiner virtuellen Affäre aus dem Nintendo-Spiel „Love Plus“ regelmäßig ein Zimmer im Liebeshotel mietet. Vor fünf Jahren hat ein leidenschaftlicher Spieler eine der Figuren sogar geheiratet.

Der Zukunftsforscher Stowe Boyd vermutete vergangenes Jahr in einer Studie des Pew Research Centers, dass 2025 Sex mit Robotern normal sein werde. Dr. Helen Briscol von der University of Sunderlan ist davon überzeugt, dass die Beziehung zu Maschinen in 50 Jahren sogar über das Körperliche hinausgeht: Bei Huffington Post schreibt sie, dass die Entwicklung unsere heutigen Beziehungsnormen ins Wanken bringen werde. Sobald die Maschinen nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind, könnten sie unsere natürlichen Oldschool-Beziehungen ersetzen.

Einfache Liebe

Von einer echten Ava sind wir noch ein Stück entfernt. Doch in unterschiedlichen Branchen werden bereits ihre Puzzleteile gefertigt. Die einen tüfteln an der perfekten Mimik, andere am Gang.

Die Sexindustrie kümmert sich derweil um Vergnügliches: Zwar sehen Pornhubs Twerking Butt oder der Sexroboter Roxxxy noch eher nach Grollwichtel-Geschenken aus. Aber den besten Beweis dafür, dass die Technologie rasante Sprünge macht, halten wir mit unseren Smartphones alle in der Hand.

Öde Tinder-Dates, wankelmütige Affären, ätzende Pärchenscharmützel: Wer heute noch über die Liebe klagt, könnte sich in einigen Jahren eine unkomplizierte Beziehung kaufen. In Form eines Roboterpartners, der uns kennenlernt, mit uns schläft und uns treu bleibt. Ohne Streit. Ohne Widerspruch. Ganz einfach. ❤