Forscher stellen jetzt Körperteile mit dem 3D-Drucker her

Den großen Durchbruch hat der 3D-Druck auf Anwenderebene noch nicht geschafft. In bestimmten Bereichen können mit den Druckern aber jetzt schon außergewöhnliche Ergebnisse erzielt werden – so zum Beispiel in der Medizin.

© Wake Forest Institute for Regenerative Medicine

Diese Körperteile wurden gedruckt: links ein Kieferknochen, rechts ein Ohr. © Wake Forest Institute for Regenerative Medicine

Eine Forschergruppe am US-amerikanischen Wake Forest Baptist Medical Centre in Winston-Salem, konnte nun zum ersten Mal stabile „dicke“ Gewebestrukturen drucken. In der Vergangenheit war bei einer Dicke von 200 Mikrometer Schluss, so dick ist ungefähr ein einzelnes Haar, ab da wurde das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Die neuen „Ersatzteile“ wurden nun durch eine Drucktechnik möglich, bei der Zellen und Gewebestruktur gemeinsam aufgebracht werden. Das so entstehende löchrige Gefüge versorgt das Gewebe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen. An dem kombinierten Verfahren und dem Drucker selber haben die Wissenschaftler fast zehn Jahre lang gearbeitet. Die menschlichen dreidimensionalen Vorlagen für die Drucke kommen aus dem Computertomographen.

© Wake Forest Institute for Regenerative Medicine
Mit diesem 3D-Drucker wurden die einzelnen „Ersatzteile“ gedruckt © Wake Forest Institute for Regenerative Medicine

Auch die Transplantation auf Nagetiere, wie Mäuse, hat in der Vergangenheit schon geklappt. In Zukunft möchten die Forscher nun die gedruckten Körperteile als passgenaue Implantate produzieren. So könnten Prothesen und Spenderorgane überflüssig werden. Die Wissenschaftler selber sehen das neue Verfahren als ersten großen Schritt, müssen aber noch ausführlich die Verträglichkeit im menschlichen Körper testen.