Kriegsberichterstattung statt Strandurlaub: ein 19-Jähriger im Nordirak

Die meisten Abiturienten lassen es sich nach den überstandenen Prüfungen erstmal am Strand von Calella oder Lloret de Mar gut gehen. Noah Sari fährt lieber in ein Krisengebiet. Er berichtet für ze.tt aus dem Nordirak.

© Noah Sari

Noah kurz nach seiner Ankunft in Erbil im Nordirak. Das Gesicht des deutschen Soldaten musste er aus Sicherheitsgründen verpixeln. © Noah Sari

Noah brennt für Journalismus. Der 19-jährige Münchner hat von der Pro-Erdogan-Demonstration in Köln berichtet, Frauke Petry nach ihrer Position zu einer muslimischen Landtagspräsidentin gefragt und eine Reportage über die Situation der Kurden an der türkisch-syrischen Grenze gedreht. Aber er wollte mehr: Noah wollte in die Autonome Region Kurdistan.

Hier halten die Truppen der Peschmerga die Kämpfer des so genannten „Islamischen Staates“ (IS oder besser: Daesh) in Schach. Unterstützt werden sie dabei auch von Deutschland, durch Waffenlieferungen und Ausbildung für die Soldaten. Die Region gilt als vergleichsweise sicher, es gibt beispielsweise ein gewähltes Parlament.

Viele Kurden hoffen darauf, dass hier ein eigener Staat entstehen könnte. Der Präsident der Regionalregierung, Masoud Barzani, forderte im Frühjahr ein Referendum über die Unabhängigkeit der Region.

Doch die Front ist nicht weit: Es ist nur etwas mehr als eine Stunde Fahrt von Erbil, wo die kurdische Regionalregierung sitzt, nach Mossul, eine der größten Städte, die Daesh kontrolliert. Im Moment bereiten die Peschmerga eine Invasion auf Mossul vor.

[Außerdem auf ze.tt: Der Deutsche, der freiwillig gegen Daesh kämpfte]

Noah hat türkisch-kurdische Wurzeln und wollte sich selbst ein Bild von der Situation machen. Er kontaktierte den FDP-Politiker Tobias Huch, der mit seiner Organisation Liberale Flüchtlingshilfe schon mehrfach in den Irak gereist ist. Die bot ihm an, ihn für eine Woche mit in den Irak zu nehmen.

Um die Reisekosten zu finanzieren, startete Noah ein Crowdfunding. Seit Samstag, dem 13. August 2016, ist er nun im Nordirak unterwegs, spricht mit einem General, besucht die Front bei Mossul und ein Flüchtlingslager in der Region.

Auf dem ze.tt-Instagram-Account teilt er seine Eindrücke mit – wie hier eine Begegnung mit einem Filipino, der im Deutschen Hof in Erbil arbeitet:

Wenn ihr mehr über Noahs Reise erfahren und wissen wollt, wie es vor Ort aussieht, dann folgt ze.tt auf Instagram!