Kühlschrank voll? Wie ihr Lebensmittel auch anders lagern könnt

Wir schmeißen ein Drittel unserer Lebensmittel in den Müll. In Deutschland sind das pro Person 82 Kilogramm jährlich. Das hat viele Gründe. Einer davon könnte unser Kühlschrank sein.

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Auch wenn wir uns ein Leben ohne Kühlschrank nicht vorstellen können - Es ist möglich! © www.savefoodfromthefridge.com

Wir stopfen die Einkäufe in die Tasche, schleppen die Tasche nach Hause und zack, so schnell wie möglich in den Kühlschrank damit. Das große, weiße, kühle Teil mit den Fächern funktioniert ja sowieso immer. Kühlung ist für uns gleich Haltbarkeit. Dass das nicht immer klappt, ist offensichtlich: Auch im Kühlschrank wird die Banane schnell überreif und auf dem Pesto bildet sich ein weißes Schimmelfell.

Tatort: Kühlschrank

Der Kühlschrank ist keine Wundermaschine. Auch er hat seine Funktionen, Tricks und Macken, wie andere technische Geräte. Indem wir aber im Glauben bleiben, er regle alles für uns, verhalten wir uns nach gewohnten Mustern: Die Bananen schimmeln weiter vor sich hin. Für uns fühlt es sich erstmal nicht so schlimm an, wenn die Banane im Müll landet.

Rechnet man allerdings aus, dass die Frucht 10.000 Kilometer mit dem Frachter von Brasilien bis Deutschland gefahren ist und insgesamt circa 400 Gramm CO2 auf dem Buckel hat, tut es schon ein bisschen mehr weh. Auch dem Portemonnaie täte es gut, achteten wir mehr auf die Lagerung und Bedingungen unserer Lebensmittel.

Was gehört wo in den Kühlschrank?

Ganz oben: Selbstgekochte Speisen, Resteessen

Mittig: Milchprodukte und Käse

Auf der Glasplatte: Am kühlsten Ort des Kühlschrankes lagern leicht Verderbliches wie Fleisch und Fisch

Im Gemüsefach: Kälteverträgliches Obst und Gemüse

In der Tür: Eier, Butter und Getränke

Mit diesem Spiel könnt ihr testen, ob ihr das mit der Lebensmittellagerung drauf habt.

Aufbewahren ohne Kühlschrank

Die koreanische Designerin Jihyun Ryou betrachtet die Lebensmittelaufbewahrung aus einer noch ursprünglicheren Perspektive. Sie hat ein System zur Lebensmittellagerung konstruiert, das ohne Strom auskommt. Bis vor 55 Jahren habe es in Korea noch keine Kühlschränke gegeben, berichtet Juhyun Ryou; ihre Mutter habe Lebensmittel schon immer ohne Energieaufwand gelagert. Mit einfachen Konstruktionen nutzt sie die natürlichen Eigenschaften der Lebensmittel, um sie auch ohne Stromanschluss frisch zu halten. Das sieht nicht nur schön aus, sondern ist dazu noch praktisch und umweltfreundlich.

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Äpfel sollten nie neben anderem Obst oder Gemüse gelagert werden, da sie während der Lagerung Ethylen produzieren. Das Ethylen beschleunigt die Reife, sodass zum Beispiel Bananen neben Äpfeln schneller braun werden. Auf andere Sorten, wie beispielsweise die Kartoffeln wirkt Ethylen wie ein natürlicher Konservierungsstoff. Deshalb hat Jihyun Ryou die Lagerung kombiniert.

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Möhren und Frühlingszwiebeln sind die vertikale Lagerung von Natur aus gewöhnt. Mithilfe von Sand simuliert Jihyun Ryou die natürliche Umgebung der Pflanzen, sodass sie Energie sparen und länger frisch bleiben.

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Wenn Gewürze Feuchtigkeit aufnehmen, werden sie schnell klumpig und unansehnlich. Der in die Aufbewahrungsgläsern integrierte Reis saugt von Natur aus Feuchtigkeit auf, sodass die Gewürze trocken bleiben.

Weitere Modelle findet ihr auf Jihyun Ryou Blog Save Food From The Frigde.