Laut Wissenschaft machen dir diese Lieder sofort gute Laune

Unsere Lieblingssongs bringen uns zum Lachen, Tanzen oder Mitsingen, und bei Liebeskummer trösten uns traurige Balladen etwas über unseren Schmerz hinweg. Mit diesem Effekt guter Musik, den jeder schon einmal erlebt hat, beschäftigt sich nun auch die Wissenschaft.

© Monty Fresco/Topical Press Agency/Getty Images

Das Suchen nach der perfekten Guten-Laune-Playlist hat ein Ende. © Monty Fresco/Topical Press Agency/Getty Images

Der Neurowissenschaftler Dr. Jacob Jolij von der niederländischen Universität Groningen hat jetzt sogar die perfekte Playlist gegen schlechte Stimmung zusammengestellt. Die Lieder auf seiner Liste sollen sofort unsere Laune und unsere Wohlgefühl heben — und das alles gemäß einer wissenschaftlichen Formel.

Den Auftrag, eine solche Liste zu finden, bekam Jolij (bei dessen Namen allein wir schon bessere Laune bekommen) von der britischen Elektronikmarke Alba. Diese hatte eine Umfrage unter Kunden aus Großbritannien und Irland durchgeführt und wollte dabei unter anderem wissen, welche Lieder sie glücklicher machen.

Dann kam Dr. Jacob Jolij ins Spiel, wie er auf seinem Blog berichtet:

„Im Grunde haben sie mich gefragt, ob ich ein Muster in den Liedern erkennen könnte, die die Umfrageteilnehmer als Gute-Laune-Songs genannt hatten. Und ob man dieses Muster nutzen könnte, um eine wissenschaftliche Formel für solche Lieder aufzustellen. Mich hat die Herausforderung gereizt, also habe ich zugesagt.“

Die Analyse

Die Aufgabe stellte sich zunächst tatsächlich als recht herausfordernd heraus — sie war viel komplizierter, als das bloße Jonglieren mit Zahlen, wie Jolij berichtet:

„Ein Gute-Laune-Lied lässt sich eher schwer definieren. Welche Musik man mag und welche nicht ist sehr persönlich. Die Musikvorlieben hängen stark vom sozialen Umfeld ab und von dem, was man jeweils mit einem Lied verbindet. So gesehen ist die Vorstellung einer objektiven ‚Gute-Laune-Formel‘ schon etwas abwegig — es ist kaum möglich, all diese persönlichen Faktoren miteinzubeziehen, vor allem, wenn das Resultat eine mathematische Gute-Laune-Formel sein soll. Denn was man dafür braucht, sind Lied-Merkmale, die man mit Zahlen auf einer Skala messen und ausdrücken kann.“

Letztendlich konnte Jolij aber trotzdem einige Lied-Merkmale finden, die sich objektiv und auf einer Skala messen lassen. Diese hat der Experte genutzt, um die Lieder in dem ihm vorliegenden Datensatz zu analysieren.

Dabei sind dem Neurowissenschaftler vor allem zwei Dinge aufgefallen.

Was bei den Gute-Laune-Liedern der Umfrageteilnehmer deutlich herausstach, war ihre Geschwindigkeit: „Dieses Muster war ziemlich klar — das durchschnittliche Tempo eines Gute-Laune-Songs war um einiges höher als das eines normalen Pop-Songs“, schreibt Jolij. „Die Geschwindigkeit eines Pop-Songs liegt im Durchschnitt bei 118 bpm. In der Liste der Gute-Laune-Lieder lag die Durschnittsgeschwindigkeit aber zwischen 140 und 150 bpm.“

Außerdem fand Jolij auch Übereinstimmungen in der Tonart: „Auch hier war das Muster sehr deutlich: Nur zwei oder drei Lieder auf der gesamten Liste waren in einer Molltonart, alle anderen waren in einer Durtonart komponiert.“

Aber nicht nur die Musik, sondern auch der Text scheint eine wichtige Rolle bei einem Gute-Laune-Lied zu spielen — zumindest bei den Liedern, die überhaupt einen sinnvollen Text besaßen:

„Natürlich besteht ein Lied aus mehr als nur einer Melodie. Daher habe ich auch untersucht, welche Themen im Text aufgegriffen wurden. Überwiegend ging es in den Gute-Laune-Songs um positive Ereignisse (einen Ausflug zum Strand, eine Party, oder Unternehmungen mit einem geliebten Menschen) — oder der Text hatte überhaupt keinen Sinn.“

Die Lieder

Nachdem Jolij die Zutaten für ein stimmungsaufhellendes Lied gefunden hatte und somit seine Formel aufstellen konnte, kreierte er die oben erwähnte Playlist.

Besonders herausfordernd war das dann jedoch nicht mehr: „Wir haben einfach die Lieder aus jedem Jahrzehnt genommen, die zuvor in der Umfrage am häufigsten genannt worden waren. Die haben meiner ‚Formel‘ ziemlich genau entsprochen“, so der Wissenschaftler.

Auf die Frage, ob ihn irgendein Lied auf der Liste überrascht hätte, antwortete der Experte: „Nein, nicht wirklich. Aber das ist eigentlich etwas Gutes — es beweist, dass die Vorstellung, die wir von einem Gute-Laune-Lied haben (ein etwas schnelleres Stück in einer Durtonart), tatsächlich funktioniert.“

Natürlich handelt es sich hier jedoch nicht um eine wissenschaftliche Studie, deren Erkenntnisse an hunderten Testpersonen überprüft wurden. Trotzdem sollte man die Ergebnisse nicht einfach so abtun. Immerhin ist die Vorstellung ganz schön, dass man immer dann, wenn man traurig, bedrückt oder einfach schlecht drauf ist, einfach nur die Kopfhörer aufsetzen und auf Play drücken muss — und schon sieht die Welt wieder ein Stückchen besser aus.

Wer das selbst ausprobieren will, der findet die Playlist mit allen von Dr. Jacob Jolij geprüften und für gut befundenen Gute-Laune-Liedern auf Spotify:

Von Jennifer Welsh und Carolin Ludwig auf Business Insider Deutschland.


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