Linkin Park reagiert großartig auf Teenies, die auf Linkin Park reagieren

Mike Shinoda von Linkin Park sieht dabei zu, wie Jugendliche seine Musik anhören – und kommentiert das auf ganz charmante Art und Weise.

Mike Shinoda und eine Jugendliche, die sich das aktuelle Musikvideo ansieht. Screenshot © YouTube / FBE

Seit Jahren wird Linkin Park von Musikfans dafür kritisiert,  sich bis zur Unkenntlichkeit von ihren Ursprüngen verabschiedet zu haben. Und ja, wer die ersten beiden Alben Hybrid Theory und Meteora kennt und ihr neuestes Musikvideo zum Song Heavy ansieht, dem*der dürften ähnliche Gedanken kommen.

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Von ihrem harten Crossover der Anfangsjahre, mit kernigen Gitarrenriffs und viel Geschrei, hat sich die Band in den letzten 20 Jahren wegentwickelt. Mit den vergangenen vier Alben experimentierten sie vor allem, wagten Ausflüge ins Elektronische und wurden insgesamt etwas milder und gesetzter. Damit verschreckten sie viele ihrer ehemaligen Hörer*innen. Wer sich in entsprechenden Szenen bewegt und das Thema Linkin Park anspricht, wird feststellen, wie schnell Sätze wie „die sollen endlich wieder Zeug wie früher machen und nicht so elektronischen Firlefanz“ fallen.

Die Band steht ihrer Veränderung natürlich nicht so negativ gegenüber. In einem Video des YouTube-Channels FBE, das gerade ziemlich viral geht, reagiert der zweite Sänger Mike Shinoda, auf Jugendliche, die ihrerseits auf die Musik Linkin Parks reagieren. Dabei äußert er sich unter anderem zu den Vorwürfen, mit denen die Band konfrontiert ist.

Den Teenies werden zunächst das aktuellste und dann einige der alten Songs der Band vorgespielt. Die meisten kannten die Band, und auch hier fand sich ein junger Mann, der sagte, er wünsche sich die alte Zeit zurück. Shinoda reagiert charmant: „Ja, 2000 war das wirklich cool. Aber würden wir heute wirklich noch so etwas machen, wäre es peinlich.“ Was damals funktioniert habe, würde heute, im Jahr 2017 so einfach nicht mehr funktionieren.

Ein anderer Jugendlicher sagt, er könne die Aufregung nicht verstehen, da Stillstand der Tod der Kunst sei und Musik sich immer weiterentwickeln müsse. Damit trifft er bei Shinoda voll ins Schwarze. Der wirft erleichtert die Arme nach oben.

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In den acht Minuten plaudert er auch einige Funfacts aus, darunter, dass er das erste Musikvideo der Band nichtmal seinen eigenen Kindern zumuten würde, weil es so grottenschlecht sei. „Man muss zur Entschuldigung auch dazu sagen, dass der Typ, der es gedreht hat, normalerweise Pornos gemacht gemacht hat.“

Insgesamt zeigt sich Shinoda dankbar über die Möglichkeit, die Jugendlichen dabei zu beobachten, wie sie seine Musik anhören. Er lacht herzlich und kommentiert ihre Reaktionen entwaffnend ehrlich. Vielleicht stimmt das die vielen Kritiker*innen ja etwas versöhnlicher. Vor allem wenn sie sehen, dass die Band ihre Fans nicht leichtfertig aufs Spiel setzt, sondern eben doch sehr reflektiert mit dem eigenen Schaffenswerk umgeht.

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