MacGyver kommt ins TV zurück – dabei brauchen wir ihn gar nicht

Blonder Vokuhila, Odol-med3-Grinsen, Lederjacke zur Blue-Jeans: In den 80ern war US-Schauspieler Richard Dean Anderson ein heißer Feger und seine Serienfigur MacGyver eine Ikone. Jetzt soll der Geheimagent ins Fernsehen zurückkehren, doch da braucht ihn niemand mehr.

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In Zeiten von Lifehacks braucht niemand mehr aus Bindfaden und Büroklammern gebastelte Rettungsseile. TNS Sofres Flickr CC Lizenz

Nicht genug, dass US-Produzenten Xena, die „schrecklich nette Familie“ und den Prinz von Bel-Air aus der Rumpelkiste hervorholen. Jetzt soll auch noch MacGyver ins Fernsehen zurückkehren. Wie The Hollywood Reporter berichtet, arbeitet der US-Sender CBS an einem Reboot der erfolgreichen 80er-Show.

Daran tüfteln offenbar einige Größen der 139 Folgen umfassenden Originalserie mit. Aber wer auch immer was wie ausheckt: Es ist wumpe. MacGyver ist ein Relikt der Vergangenheit, das im Jahr 2015 ff. niemand mehr braucht.

Wer daran zweifelt, sollte einen Blick in die ze.tt-Redaktionstoilette werfen. Dort lehnt der reelle Beweis für die Belanglosigkeit MacGyvers in Form eines Metallschildes: „Was würde MacGyver tun?“ steht darauf, darüber ist eine leere Klopapierrolle abgebildet.

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Höhö. Vor 30 Jahren mag MacGyver mal cool gewesen sein, heute taugt der einfallsreiche Spion nur noch zum Klowitz. Kein Wunder: Wer sich an die Serie erinnert, dem kommen weder spannende Handlungsstränge noch zitierfähige Weisheiten in den Sinn. Vor allem erinnert man sich daran, dass MacGyver aus den unterschiedlichsten Gegenstände absurde Konstruktionen bastelte, um sich aus misslichen Situationen zu retten.

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Quelle: Gifbay

Da können die Hollywood-Kreativlinge den feschesten Ryan-Gosling-Verschnitt mit der Coolness eines Bradley Cooper ins junge MacGyver-Kostüm pressen – wenn er solche beknackten Basteleien auspackt wie damals, lockt er niemanden hinterm Notebook hervor. Zumal uns das Netz mit Lifehacks und Fynn Kliemann längst adäquaten MacGyver-Ersatz beschert hat.

Lifehacks

Während MacGyver Quatsch zusammengefrickelt hat, den nie ein Mensch jemals sinnvoll nachbauen und verwenden konnte, sind Lifehacks tatsächlich hilfreich. Der Begriff geht auf Danny O’Brien zurück. So bezeichnete der Tech-Journalist 2005 zunächst Tricks, mit denen sich Programmierer die Arbeit erleichterten. Inzwischen versteht die Netzgemeinde darunter Anleitungen, die in wenigen Schritten – mal albern, mal ernst – dabei helfen, auch ohne Fernseher bequem TV zu gucken, Gabeln als Korkenzieher zu benutzen oder eine Bierdose zur Popcornmaschine umzufunktionieren.

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Quelle: Cheezburger.com

Hilfreiche oder zumindest unterhaltende Lifehacks findet ihr unter anderem im

Fynn Kliemann

Wem der Unterhaltungsfaktor von Lifehacks zu niedrig ist, findet in Fynn Kliemann das passende MacGyver-Update. Mit großer Klappe baut der Cappyträger jede Woche auf Youtube Kram, den man wie MacGyvers Frickeleien in den seltensten Fällen gebrauchen kann – etwa einen Streitwagen oder einen Würstchen-Selfie-Stick. Dafür kommt der Agenturbesitzer mit hübschem Bauernhof aber weitaus wortgewandter daher.

Interwebz: 2 – Angus MacGyver: 0. Aus der Klo-Ecke kommt er jetzt nicht mehr raus.