Macron zerlegt Trumps Austritt aus dem Klimaabkommen in fünf Worten

Die USA verkündete am Donnerstag, sie werde nicht länger Teil des Pariser Klimaschutzabkommens sein. Die Welt hat dazu eine klare Haltung – allen voran der französische Präsident.

In einer TV-Ansprache lud Emmanuel Macron US-amerikanische Wissenschaftler*innen in fließendem Englisch ein, in Frankreich weiter am Klimaschutz zu arbeiten. Archivbild © Gettyimages

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag erklärt, die USA werde nicht länger Teil des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 sein. Die Vereinbarung verpflichtet die über 190 Mitgliedsstaaten, eine aktive Klimaschutzpolitik zu betreiben. Das Pariser Klimaschutzabkommen galt als Meilenstein, weil es das erste war, das von den USA und China unterzeichnet wurde. Trump ist das ganze nun zu teuer. Die Vereinigten Staaten wollen stattdessen ein neues Abkommen aushandeln.

In Europa und weiten Teilen des Planeten macht Trump sich damit keine Freunde. Im Gegenteil, Trump wird eine Neuverhandlung unisono abgesagt. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen von Paris nicht neu verhandelt werden kann“, erklärten Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Regierungschef Paolo Gentiloni gemeinsam. Die britische Premierministerin Theresa May zeigt sich enttäuscht, China verlautete, dies sei ein globaler Rückschlag.

Macron dürfte vielen aus der Seele sprechen

Den eindringlichste Appell gab jedoch das französische Staatsoberhaupt in einer TV-Ansprache – nicht an Trump, sondern die Welt. „Heute Abend haben die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt. Aber Frankreich wird den Amerikanern nicht den Rücken kehren“, sagte Macron.

In fließendem Englisch lud er US-amerikanische Wissenschaftler*innen und Unternehmer*innen ein, in Frankreich weiterzuarbeiten. Dort würden sie vollste Unterstützung erfahren und ein zweites Vaterland finden. Den Menschen dieser Welt sagte er: „Bleibt zuversichtlich. Wir werden erfolgreich sein, denn wir sind voll engagiert. Wo immer wir leben, wer immer wir sind, wir alle teilen die gleiche Verantwortung.“ Und zwar diese:

Make our planet great again.“

Ein Kinnhaken und eine gezielte Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan Make America great again. Damit zeigt Macron zum zweiten Mal in kurzer Zeit, was er von den Entscheidungen und Plattitüden des US-Präsidenten hält – auf dem G7-Gipfel drückte er Trump öffentlichkeitswirksam energisch die Hand. Er wollte ihm damit signalisieren, dass er in umstrittenen Punkten nicht nachgeben werde.

Für Trump selbst ist – wie immer – alles in Butter

Trump habe den Staatsoberhäuptern der EU am Telefon gesagt, dass die USA unter seiner Regierung das sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde werden würde. Wie er das schaffen möchte, bleibt abzuwarten. Bisher verursachen die vier Staaten Volksrepublik China, USA, Indien und Russland zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Emissionen, die Vereinigten Staaten allein über 15 Prozent.

[Außerdem auf ze.tt: So unterschiedlich verewigten sich Merkel, Trump, Obama und Co. im Gästebuch von Yad Vashem]

Die EU hält unterdessen geschlossen am Pariser Klimaschutzabkommen fest. In der gemeinsamen Mitteilung aus Deutschland, Italien und Frankreich teilten die Länder mit: „Es stellt ein lebenswichtiges Instrument für unseren Planeten, unsere Gesellschaften und unsere Volkswirtschaften dar.“

Trump steht mit seiner Entscheidung also alleine da. Wobei, nicht ganz: Die USA gehört nun mit Nicaragua und Syrien zu den einzigen drei Ländern, die die Klimavereinbarung nicht unterzeichneten.

Außerdem auf ze.tt