Mann oder Frau: So lebt es sich als Transmensch

Einfach mal testen, wie das so wäre, wenn man ein anderes Geschlecht hätte? Kein Problem, findet Mandy, die selbst Transmensch ist: „Man kann in Deutschland für drei, vier Stunden, einfach mal Frau oder Mann sein.“

Ihr selbst reichen ein paar Stunden nicht. Seit etwa zehn Jahren ist Mandy einfach nur noch Frau. Körperlich ist sie aber immer noch Matthias. Das soll auch so bleiben.

Penis operativ entfernen lassen, Bart weg lasern, Hormone nehmen für eine weichere Haut: Das sei alles nicht so wichtig, meint Mandy. „Man kann sich rasieren, Make-Up auflegen. Man kann sich als Frau zurecht machen. Ich habe für mich einen Weg gefunden, wie ich mit mir selbst und meiner Umwelt klar komme: indem ich mich einfach so anziehe, wie ich bin, und dann rausgehe und die Welt erobere.“

Das wichtigste ist Akzeptanz

Das Schwierigste sei, sich einen Freundeskreis aufzubauen, der sie als Mandy akzeptiere. Einige würden bleiben, andere gehen – aber auch neue Freunde hinzukommen. Sie selbst hat das inzwischen geschafft. Einfach war der Weg dahin nicht. Sie fand zwar eine Frau, die akzeptierte, dass Mandy kurze Röcke anzog.

Doch beide spürten den Druck der Gesellschaft und heirateten ganz klassisch in der Mann-Frau-Konstellation: „Im Berliner Dom. Ich im schwarzen Anzug und sie im weißen, großen, schönen Kleid“, erzählt Mandy. Doch sie merkte: Das war nicht ihr Weg. „Irgendwann war einfach Schluss. Mehr Kompromisse konnten wir beide nicht mehr eingehen. Und dann muss jeder an sich selbst denken, um gesund zu bleiben. Christine hat damals zu mir gesagt: Ok, dann hör‘ auf, dich umzuziehen.“

Mandy entsorgte den Kleiderschrank mit den Männerklamotten und behielt nur noch den anderen. In dem findet man zum Beispiel ein rosa „I <3 Berlin“-T-Shirt oder ein schwarzes kurzes Röckchen mit Spitzenbesatz und Katzen-Aufdruck. Die sind natürlich auch rosafarben.

Mandy erklärt auch, wie man richtig auspeitscht

Jetzt hilft sie anderen dabei, selbst auszuprobieren, wie es so wäre als das jeweils andere Geschlecht. Neben ihrer Arbeit als Reiseführerin berät sie unter dem Namen „Mandy Berlin“ Menschen rund ums Thema Crossdressing. „Jeder hat seinen eigenen Körper, ob er groß, klein, dick, dünn ist – aber ich kann ihn verändern.“ Wie das geht, zeigt sie ihren Kund*innen.

Mindestens genauso überzeugend ist aber, dass Mandy selbst vorlebt, wie man den Körper mit Rouge, Silikonbrüsten und den richtigen Klamotten verändern kann. Sie rät: „Wenn ihr aus eurer Figur ausbrechen wollt, dann probiert es einfach mal zu Hause aus. Nehmt euch einen Spiegel, stellt euch nackt davor und überlegt euch: Was könntet ihr jetzt mit eurem Körper tun?“

[Außerdem auf ze.tt: Diese Berlinerin führt junge Paare in die Welt des BDSM ein]

In ihrem Laden oder in der intimen Atmosphäre ihres Studios führt Mandy Interessierte auch in Fetischpraktiken ein und erklärt, wie man richtig fesselt und auspeitscht. Im Video erzählt sie, was sie in ihren Sessions anbietet und mit welchen Fragen junge Menschen zu ihr kommen.