Mehr Plastik als Fisch in Weltmeeren: Großunternehmen verpflichten sich zu handeln

Im Rahmen des Weltwirtschaftsforums verpflichten sich 40 der weltweit größten Konzerne dazu, die Verwendung von Plastik zu reduzieren und umweltfreundlicher zu gestalten.

Plastikmüll am Strand. Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Am Dienstag beginnt das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos unter dem Motto „Responsive and responsible leadership“ – und es scheint keinen wirklich zu interessieren.

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Was jedoch nennenswert ist: Im Vorhinein gaben Unternehmen wie Unilever, Coca-Cola, Danone und L’Oréal bekannt, sich nach Warnungen der Ellen-MacArthur-Stiftung für weniger Plastik in unseren Weltmeeren einzusetzen. Das Unternehmen Unilever verpflichtete sich beispielsweise dazu, bis 2025 ausschließlich wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen zu verwenden, berichtet die Tagesschau.

Potenzial der Plastikeinsparung ist groß

Das Potenzial der Plastikeinsparung und Wiederverwertung ist groß: 20 Prozent der weltweiten Plastikproduktion könnten gewinnbringend wiederverwertet und weitere 50 Prozent recycelt werden, statt im Müll oder im Meer zu landen, heißt es in dem Aktionsplan der Verpflichtung.

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Auf der Konferenz im vergangenen Jahr hatte die Stiftung der Seglerin Ellen MacArthur die Verschmutzung der Meere thematisiert und dazu aufgefordert, härter dagegen vorzugehen. Dazu gründete die Stiftung bereits im Mai 2016 die „New Plastics Economy Initiative“ und stellte einen Aktionsplan auf.

Pro Jahr weitere acht Millionen Tonnen Plastik im Meer

Als Grundlage diente der Stiftung ihre Studie, welche sie 2016 bei der Konferenz in der Schweiz vorstellten. Die Stiftungsvertreter*innen warnten davor, dass 2050 mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren schwimmen könnte. Pro Jahr würden mindestens acht Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen landen, was einem vollen Müllwagen pro Minute entspreche.

Ob die Unternehmen ihr Vorhaben auch wirklich durchsetzen, ist ungewiss. Auch wenn die Unternehmen ihre Versprechen nicht einhalten, drohen ihnen keine Sanktionen – lediglich leichte Image-Kratzer.

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