Meine Periode und ich – eine Hassliebe in Bildern

Der weibliche Zyklus ist ein Wunder: Jeden Monat komplette Selbsterneuerung. Doch es ist auch eine Zeit der Verletzlichkeit. Fotografin Sara Lorusso fängt diese in ihren intimen Aufnahmen ein.

„Erst bist du happy und von einem Moment auf den nächsten traurig“, so beschreibt die Italienerin Sara Lorusso den Beginn ihrer Periode. „Dann kommt der Schmerz, Hunger, Müdigkeit und wieder Schmerz.“

Die 21-Jährige studiert Kunst in Bologna und erkundet den menschlichen Körper mit ihrer Kamera seitdem sie 16 ist. Ihre aktuelle Reihe „I’m on my period“ zeigt intime Selbstportraits in Momenten des Schmerzes, der Stimmungsschwankung und der Verletzlichkeit.

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Ihre erste Periode habe sie irritiert, sagt sie. Lange sei das Thema für sie mit Unsicherheit und Scham einhergegangen. „Ich erinnere mich noch an ein Mädchen auf dem Gymnasium, die einen Blutfleck auf der Hose hatte – und ich schäme mich heute noch, dass ich es ihr nicht gesagt habe“, sagt sie.

Heute stellt sie sich ihrem Zyklus, hält den Schmerz aus. „Ich will nicht so viele Schmerzmittel nehmen, daher gehe ich am liebsten eine Runde joggen oder nehme ein Bad, damit das Blut besser fließen kann und der Schmerz dadurch vergeht.“

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Heute ist Sara stolz, eine Frau zu sein. Doch im Alltag fehle ihr Verständnis, wenn sie ihre Periode habe: „Es ist eine schreckliche Zeit für Frauen, in der sie uneingeschränkten Zugang zu Süßigkeiten und Badezimmern haben sollten. Das meine ich ernst! Ich finde wirklich, dass die Periode als eine Art Krankheit gesehen werden sollte, die es uns erlaubt, zu Hause zu bleiben.“