Mit Brandy, ohne Hose: An diesen Bewerbungen kommt kein Chef vorbei

Das Web bietet mittlerweile viele Möglichkeiten, eure Kreativität unter Beweis zu stellen. Diese sieben Bewerber zeigen, wie es geht.

Screenshot Youtube

In seinem Bewerbungsvideo für Google zeigte sich Matthew Epstein mit Brandy – aber ohne Hose. Screenshot Youtube

Die Bewerbungsmappe per Post ist tot, heute bewirbt man sich via Internet um den Traumjob. Mit einem langweiligen Anschreiben und einem 08/15-Lebenslauf lockt ihr aber auch per E-Mail niemanden hinter dem Ofen vor. Besonders wenn die Personalabteilung in einer Bewerbungsflut ertrinkt, sollte eure Bewerbung positiv hervorstechen.

Keine Hose aber eine Extraportion Selbstvertrauen

Als Matthew Epstein auf Jobsuche ging, war ihm klar, wohin die Reise im Idealfall gehen sollte: Zu Google. Nach rund 20 gescheiterten Bewerbungen bei kleineren Firmen wurde ihm allerdings klar, dass er große Geschütze auffahren muss, um die Aufmerksamkeit des Internetriesen zu gewinnen. Deshalb schnappte er sich ein Glas Brandy, klebte sich einen Schnurrbart ins Gesicht, warf die Kamera an — und zog kurzerhand die Hosen aus.

In seinem Bewerbungsvideo für Google fährt Epstein dann auch alles auf, was Aufmerksamkeit erregt. Er räkelt sich in Boxershorts gemütlich in einem Lehnstuhl, macht Liegestütze, reißt Witze, lackiert sich die Zehennägel rosa und prahlt, was das Zeug hält. Mit Erfolg. Denn der Spaßvogel schaffte es mit seinem Video nicht nur, über 1,4 Millionen Abrufe auf Youtube abzusahnen, sondern ergatterte tatsächlich ein Vorstellungsgespräch bei dem Internetkonzern. Aus dem festen Job wurde allerdings leider nichts — zumindest nicht bei Google. Seine Aktion brachte Epstein allerdings zahlreiche andere Jobangebote ein.

Als Super Mario durch den Lebenslauf

Animationen, Grafik, Front-End-Entwicklung: Robby Leonardi kann alles, was ein multidisziplinärer Web- und Grafik-Designer auf dem Kasten haben sollte. Damit das auch jeder potentielle Arbeitgeber merkt, entwickelte Leonardi ein eigenes Game. Damit hüft der Spieler in Super-Mario-Manier durch den Lebenslauf des Grafikers, schwimmt an seinen besonderen Fähigkeiten vorbei und betrachtet bei einer Ballonfahrt seine Preise und Auszeichnungen. Ein Zwischenstopp wird bei einem Basketballspiel eingelegt — Leonardis Hobby.

Arbeitskraft auf Ebay versteigern

In dem Online-Auktionshaus Ebay gibt es inzwischen alles. Neben Kleidern, Schuhen, Autos und Möbeln wurde dort auch Josh Butler angeboten. Der versteigerte seine Arbeitskraft nämlich kurzerhand an den Meistbietenden.

Bewerbung via Google Map

Wenn ihr beruflich viel in der Welt herumgekommen seid, könnt ihr euch an Ed Hamilton ein Beispiel nehmen. Der hat sich bei seiner Jobsuche nämlich den Google-Dienst „My Maps“ zunutze gemacht — und seine beruflichen Stationen auf der Weltkarte eingetragen. Wenn ihr auf eine Stecknadel klickt, klappt ein Infotext aus, der Hamiltons Tätigkeit in dieser Stadt näher beschreibt.

Das Google Experiment

Auch der Werbetexter Alec Brownstein setzte bei seiner Bewerbung auf einen Google-Dienst. Weil er unbedingt einen Job in einer der besten Kreativagenturen New Yorks ergattern wollte, buchte er fünf AdWords-Anzeigen, die mit den Namen der Kreativdirektoren seiner gewünschten Werbeagenturen verknüpft waren. Sobald sich einer der Chefs selbst googelte, stieß er auf Brownsteins Anzeige. Dort wurde er persönlich angesprochen mit den Worten: „Hey, sich selbst bei Google zu suchen macht Spaß. Mich einzustellen übrigens auch.“

Für Alec Brownstein wurde die Aktion ein durchschlagender Erfolg. Vier der fünf Kreativdirektoren luden ihn zum persönlichen Gespräch ein. Heute arbeitet er für Young & Rubicam in New York.

Lässige Fotogalerie auf Facebook

Brandon Kleinman glaubt an klassische Bewerbungen. Aber auch, dass Personaler neugierig sind und sich zusätzliche Informationen aus dem Netz holen. Damit das Ergebnis auch zufriedenstellend ausfällt, hat er seine Facebook-Seite entsprechend präpariert. Wer ihn in dem sozialen Netzwerk sucht, stößt auf eine Reihe von Bildern, in denen er seine Qualifikationen und Fähigkeiten lässig präsentiert.

Traumjob dank QR-Code

Um die Bewerbung von Victor Petit richtig zu würdigen, braucht ihr ein Smartphone. Denn der Franzose packte auf die Rückseite seines Lebenslaufs ein formatfüllendes Portrait von sich selbst. Nur seinen Mund verdeckt er — mit einen QR-Code. Sobald der Personaler den QR-Code einscannt und das Telefon über die entsprechende Stelle hält, beginnt ein Videoclip, der Victor Petits Mund zum Sprechen bringt — und seinen Lebenslauf ergänzt.

Von Marion Lenke auf Business Insider Deutschland.