Mit dem Tinder der Gerüche zum Liebesglück

Der Geruch entscheidet mit, ob wir uns zu jemandem hingezogen fühlen oder nicht. Darauf setzten zwei New Yorker Künstler*innen: Sie verschicken verschwitzte T-Shirts von Singles, die ihnen zum*r Traumpartner*in führen sollen.

In dieses T-Shirt könnte der*die zunkünftige Traumpartner*in reingeschwitzt haben.© Screenshots: Tega Brain

Wie das Gegenüber riecht, ist einer der ausschlaggebenden Faktoren bei der Partnerwahl, kaum etwas beeinflusst uns so subtil wie der Geruch eines anderen Menschen. Wir fühlen uns angezogen und gefesselt oder wenden uns ab.

Diese Wirkung nutzen Tega Brain und Sam Lavigne für ihr Kunstprojekt Smell Dating, bei dem verschwitzte T-Shirts per Post verschickt werden, um den*die Traumpartner*in zu finden. Grundlage für die Idee waren wohl die sogenannten Pheromone Partys. Bei denen Liebessuchende tütenweise durchgeschwitzte Shirt vor Ort durchgeschnüffelt haben, um dann vor Ort einen Favoriten zu daten.

Etwas diskreter gehen da die New Yorker von Smell Dating vor. Teilnehmende bekommen je ein T-Shirt zugesendet, dies wird dann drei Tage lang durchgehend dauergetragen, durchgeschwitzt und so gründlich mit Eigenschweiß aromatisiert. Das Hemdchen geht dann per Post zurück und wird an andere Suchende geschickt. Im Gegenzug bekommt man eine Auswahl an getragenen T-Shirts in die man die eigene Nase stecken kann.

Bei gegenseitigem Gefallen werden dann beide benachrichtigt und können sich persönlich beschnuppern. Der ganze Service kostet 25 US-Dollar (22 Euro), ist auf 100 Personen begrenzt und den Bewohner*innen New Yorks vorbehalten. Die Macher*innen des Projekt möchten aber nicht nur Menschen zusammenbringen, sondern auch mit Vorurteilen und gesellschaftlichen Normen brechen.

So wird bei der Auswahl an zugeschickten Shirts nicht per sexueller Orientierung oder anderer kultureller Vorprägungen gesiebt. Es kann also vorkommen, dass heterosexuelle Teilnehmende auch mal ein Shirt eines*r Teilnehmer*in des eigenen Geschlechts gut finden und sie*ihn dann vorgeschlagen bekommen.

Noch mehr verrückte Projekte gibt es auf Useless Press.

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