Mit diesen 15 Tipps stecht ihr im ersten Job positiv hervor

Nach dem Uni- oder Schulabschluss kommt der Sprung ins kalte Wasser. Vorbei sind die Zeiten wenig fordernder Nebenjobs und HiWi-Arbeiten — jetzt fängt der harte Berufsalltag an und es gilt, die trockene Theorie in die Praxis umzusetzen.

© SHipskyy/ photocase

Nehmt euch diese Tipps zu Herzen. © SHipskyy/ photocase

Endlich könnt ihr euch beweisen und zeigen, was ihr drauf habt — allerdings ist das als Berufsanfänger gar nicht so leicht und man kann auch jede Menge falsch machen.

Auch Lauren Berger, Gründerin und Chefin einer Praktikumsvermittlung, kennt die Angst vor dem ersten richtigen Job. Obwohl die Gründerin selbst 15 Praktika absolviert hat und sich auf die Berufswelt gut vorbereitet fühlte, hatte sie mit ihrem ersten Job zu kämpfen. Immer wieder vergaß sie, E-Mails rechtzeitig zu beantworten oder wichtige Aufgaben zu erledigen. Nichtsdestotroz ist sie heute Chefin eines erfolgreichen Unternehmens und hat aus ihren Fehlern gelernt.

In ihrem Buch „Welcome To The Real World“, das 2014 erschienen ist, berichtet Berger über ihre Erfahrungen, ihre Fehler und darüber, wie sie aus ihren Jobs das Beste herausgeholt hat — und wie sie nun das tut, was sie liebt.

Damit euch der Berufseinstieg leichter fällt und ihr bei eurem Job auch als Berufsanfänger positiv auffallt, haben wir 15 Dinge aufgelistet, die ihr umsetzen solltet.

Bleibt vernetzt

Networking ist nicht jedermanns Sache. Neue Kontakte können euch aber viele neue Optionen eröffnen und sogar Spaß machen — aber nur, wenn ihr sie pflegt.

Kontakte verlieren sich schnell, wenn sie nicht aufrechterhalten werden. Aus diesem Grund wendet Lauren Berger eine spezielle Strategie an, um mit Personen aus den verschiedensten Industrien vernetzt zu bleiben. Mit der „drei Mal im Jahr“-Regel verpflichtet sie sich dazu, sich mit ihren Kontatken mindestens einmal jeweils im Frühjahr, Sommer und Herbst in Verbindung zu setzen.

„Wenn ihr euch mit Arbeitgebern in Verbindung setzt, solltet ihr diesen aber nur eine kurze Nachricht hinterlassen, in der steht, wie es euch geht“, sagt sie. Ihr solltet sie nicht um etwas bitten, solange ihr es nicht unbedingt braucht, so Berger weiter. Immerhin wollt ihr wertvolle Beziehungen aufbauen und nicht andere nur als Karrieresprungbrett benutzen.

Akzeptiert Ablehnungen und macht trotzdem weiter

Als Berufsanfänger habt ihr noch Einiges zu lernen. Ablehnnug wird zu eurem Berufsalltag gehören und daran solltet bzw. müsst ihr euch gewöhnen. Es ist völlig normal, dass eure Ideen, Vorschläge und Versuche, den Chef zu beeindrucken, auch einmal abgelehnt werden, sagt Berger.

Trotzdem ist es wichtig, dass ihr auch diese Momente akzeptiert und euch klar macht, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Profitiert von euren Erfahrungen und lernt aus den Fehlern. Konzentriert euch auf euren Erfolg. Dieser motiviert euch, weiterzumachen, empfiehlt Berger.

Gewöhnt euch an unbequeme Situationen

Habt ihr euch einmal dazu entschieden, etwas zu tun, dann tut es auch — selbst wenn ihr euch dabei unwohl fühlt. Wenn ihr euch an das Gefühl des Unwohlseins gewöhnt, eröffnet ihr euch selbst neue Möglichkeiten.

„Wenn ich merke, dass ich wegen irgendeiner Situation angespannt oder ängstlich werde, versuche ich mich zu motivieren, die Situation trotzdem zu meistern“, sagt Berger. Schafft ihr es, euch selbst aus eurer Komfortzone zu locken, werdet ihr daran wachsen und reifen, so die Expertin.

Denkt nicht, ihr hättet es schon geschafft

Wenn ihr endlich euren ersten Job ergattert habt, ist der Zeitpunkt gekommen, euch zu beweisen. Denkt niemals, dass euch die Dinge jetzt zufliegen werden oder das manche Aufgaben unter eurer Würde wären. Stattdessen solltet ihr lernen, bodenständig zu sein und euch nach oben zu arbeiten.

„Wenn ihr Berufseinsteiger seid, sollte euch keine Aufgabe zu klein sein“, rät Berger. „Stellt eure Dienste lieber freiwillig zur Verfügung und macht die Arbeit, die sonst niemand machen möchte — in der Hoffnung, dass jemand eure Bereitschaft anerkennt“.

Findet einen Mentor

Ein Mentor kann dabei helfen, sich an einem neuen Arbeitsplatz zurechtzufinden, Probleme im Büro zu lösen und die Karriere voranzutreiben. Wichtig dabei ist, dass ihr jemanden findet, mit dem ihr euch gut unterhalten und den ihr um Hilfe bitten könnt. Sucht euch jemanden, der euch in schwierigen Situationen eurer Karriere wertvolle Tipps und Ratschläge an die Hand geben kann.

Nehmt Dinge nicht persönlich

So schwer es auch für den ein oder anderen sein mag: Nehmt Kritik auf der Arbeit nicht persönlich.

„Menschen treffen aus vielen Gründen Entscheidungen, und für gewöhnlich haben diese mit der Arbeit zu tun und nicht mit euch“, sagt Berger.

Wenn euer Chef während einer Leistungsbewertung eure Schwächen aufzeigt, dann seht das als Ziel an, auf das ihr hinarbeiten könnt — und nicht als Stichelei gegen eure Persönlichkeit. Es ist die Aufgabe eurer Vorgesetzten, eure Leistung zu bewerten. Unabhängig davon, ob sie euch mögen oder nicht. „Erinnert euch an den Unterschied“, appelliert Berger.

Seid organisiert

Haltet euren Schreibtisch sauber, euren Kalender auf dem neusten Stand und überprüft regelmäßig euren Posteingang auf neue Nachrichten. Seid ihr gewissenhaft und gut organisiert, werdet ihr keine Termine verpassen und signalisiert so eurem Chef, mehr Verantwortung übernehmen zu können.

„Es gibt keinen schlimmeren Fehler, als einen wichtigen Termin zu vergessen, zu verschieben oder falsch zu priorisieren“, sagt Berger.

Sagt nie „Ich weiß es nicht“

Die harte Wahrheit der Arbeitswelt ist, dass euch niemand an die Hand nehmen wird, wenn ihr Sätze wie „Ich kann nicht“ oder „Ich weiß nicht, wie“ sagt. Es ist viel wichtiger, alleine herauszufinden, wie etwas funktioniert. Seid euch also selbst behilflich.

„Wenn ihr nicht selbst auf Lösungen kommt, wird euer Chef von eurem Mangel an Einsatz und Initiative enttäuscht sein“, sagt Berger. Müsst ihr also mit schwierigen Situationen umgehen, dann lasst euch etwas einfallen oder fragt Kollegen um Hilfe, und reicht das Problem nicht zu eurem Chef zurück.

Seid selbstbewusst

Um bei der Arbeit herauszustechen, solltet ihr in allererster Linie an euch selbst glauben und selbstbewusst sein. Laut Berger ist euer Selbstbewusstsein entscheidend dafür, ob ihr es tatsächlich schafft oder an einem Versuch zerbrecht.

Es ist unmöglich etwas zu erreichen, wenn ihr nicht bereit seid, alles dafür zu geben. Lauren Berger macht ihr starkes Selbstbewusstsein dafür verantwortlich, dass sie selbst nach einem Scheitern immer weiter gemacht hat, bis sie schließlich Erfolg hatte.

Findet ein System, das funktioniert

Solltet ihr einen Job antreten, bei dem alles bereites strengen Regeln und Strukturen folgt — vom Beantworten der E-Mails bis hin zur Vorbereitung von Meetings mit Kunden — solltet ihr einen Weg finden, diese Strukturen zu verbessern. Es könnte ja sein, dass das aktuelle System fehlerhaft ist.

Findet heraus, welches System am besten für EUCH geeignet ist. Denn habt ihr das richtige System erst einmal gefunden, seid ihr viel effektiver, sagt Lauren Berger. Ihr könnt Dinge so organisieren, dass sie für euch gut zu erledigen sind.

Außerdem könnt ihr Bonuspunkte bei eurem Chef einheimsen, wenn ihr Initiative zeigt und versucht, eingefahrene Strukturen zu verbessern.

Zieht euch passend an

„Kleide dich stets für die Position, die du willst“ — das gilt auch heute. Berger empfiehlt, dass ihr optisch immer die Person repräsentieren solltet, die ihr auf der Arbeit sein wollt.

Damit euch eure Kollegen ernst nehmen, solltet ihr immer so professionell und gebildet wie möglich auftreten. Selbst wenn es in eurem Büro eher locker zugeht und es keinen festen Dresscode gibt, ist es wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Leggings, Flip-Flops oder zerissenene Jeans sind ein No-Go.

Setzt euch Deadlines — und haltet diese auch ein

Deadlines sind in der Arbeitswelt äußerst wichtig. Eine Deadline zu vergessen, hat nicht nur Auswirkungen auf euren Chef und euren Kunden, sondern auch auf alle anderen involvierten Personen. Für das Festsetzen einer Deadline solltet ihr euch also etwas mehr Zeit nehmen, die Machbarkeit gründlich abwägen und euch dann auch an den gesetzten Termin halten.

Gibt es bei Projekten keine feste Deadline, kann es eine gute Idee sein, euren Chef nach zeitlichen Rahmenbedingungen zu fragen, empfiehlt Berger. Es ist immer besser, Dinge mit dem Vorgesetzten explizit abzusprechen, als anzunehmen, man sei auf einer Wellenlänge.

Setzt euch Ziele

Über eine Sache solltet ihr euch bewusst sein: Euren ersten richtigen Job werdet ihr kaum für den Rest eures Lebens ausüben. Trotzdem besteht die Gefahr, dass ihr euch im Chaos der Arbeit verliert und euren ersten Job länger als geplant macht, warnt Lauren Berger.

Damit ihr nicht in diese „Bequemlichkeitsfalle“ tappt, rät die Expertin, sich Ziele und Prioritäten zu setzen und diese regelmäßig zu überprüfen — um euch selbst voranzubringen. Beim Setzen eurer Ziele seid ihr vollkommen frei. So könnt ihr euch vornehmen, befördert zu werden oder ein besseres Verständnis eurer Branche zu erlangen.

Achtet auf E-Mail-Etikette

E-Mails sind aus dem Arbeitsallatg nicht mehr wegzudenken. Daher solltet ihr beim Schreiben und Versenden von E-Mails mit höchster Professionalität zu Werke gehen, sagt Berger. Ihr solltet euch über den Ton eurer E-Mail bewusst sein — ihr wollt ja nicht undankbar oder genervt klingen.

Berger rät daher, in E-Mails immer präzise aber freundlich zu sein und vor dem Abschicken den Empfänger doppelt zu überprüfen. Zudem sollte eure Signatur in jeder E-Mail zu finden sein.

Lehnt euch nie zurück

Hasst ihr euren Job oder Chef oder seid einfach nur gelangweilt? Dann ändert etwas. „Gibt es ein Problem, so denkt darüber nach, wie ihr dieses lösen könnt“, sagt Berger. „Gebt euch nicht mit einem einigermaßen guten Job zufrieden — strebt nach eurem Traumjob.“

Dabei solltet ihr nicht auf die richtige Gelegenheit warten, sondern selbst aktiv werden. „Möglichkeiten fallen euch nicht in den Schoß“, sagt Berger. Ihr müsst euch selbst motivieren und die Dinge in die Hand nehmen.

Von Emmie Martin und Jessie Hauser auf Business Insider Deutschland.