Models nutzen einen Schönheitswettbewerb, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen

Anstatt ihre Körpermaße aufzusagen, nutzten Frauen bei einem Schönheitswettbewerb in Peru ihre Stimmen für ein ernstes Thema.

"Mein Name ist Juana Acevedo und meine Maße sind: Über 70 Prozent der Frauen in unserem Land sind Opfer von sexueller Belästigung im Alltag." Screenshot: © YouTube

Es ist ein Thema, das so gar nicht zum Glitzerschein eines Schönheitswettbewerbs passen will und doch widmete sich der Contest um die Miss Peru 2017 der Gewalt gegen Frauen. Denn viele Peruanerinnen leiden unter der vorherrschenden Machokultur und häuslicher Gewalt. Durchschnittlich zehn Frauen werden pro Monat von ihrem Partner getötet. Im August 2016 protestierten zuletzt Zehntausende Peruaner*innen dagegen. Am Sonntag nutzten die Anwärterinnen auf den Miss-Peru 2018-Titel ihren Auftritt, um auf die Gewalt aufmerksam zu machen. Anstatt ihrer Körpermaße nannten sie Statistiken und Zahlen zum Thema:

Mein Name ist Juana Acevedo und meine Maße sind: Über 70 Prozent der Frauen in unserem Land sind Opfer von sexueller Belästigung im Alltag.“

Während der Catwalks wurden zudem Titelseiten prominenter Fälle auf die Leinwände projiziert.

Screenshot: © YouTube

Jessica Newton, Organisatorin und selbst ehemalige Schönheitskönigin, hatte sich entschieden, das ernste Thema beim diesjährigen Contest anzusprechen: „Jeder, der das nicht anprangert und nichts tut, um das zu stoppen, ist Mittäter“, sagte sie gegenüber Buzzfeed. Den Vorwurf, Frauen im Bikini zu zeigen würde zur Objektivierung von Frauen beitragen, wies sie zurück: „Frauen können nackt rausgehen, wenn sie wollen. Es ist eine persönliche Entscheidung. Wenn ich im Badeanzug rausgehe, bin ich genau so anständig wie eine Frau, die im Abendkleid rausgeht.“

Seht hier die ganze Sendung: