Morgens in der Bahn: So nutzt du die Zeit zur Arbeit sinnvoll

Morgens halb acht in Deutschland: überfüllte Bahnabteile, betretenes Schweigen, gesenkte Blicke, vibrierende Handys. ze.tt verrät acht produktive Wege, die Zeit auf dem Weg ins Büro oder zur Uni sinnvoller nutzen, als Matthias Schweighöfer bei Instagram zu folgen. Die einzige Voraussetzung: ein Smartphone.

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Einfach aus dem Fenster starren? Muss auch mal sein. © gabs0110 / photocase.de

1. Lernt eine Fremdsprache

Sprachenlernen ist extrem zeitaufwendig und bedarf viel Wiederholung. Die 30-minütige Bahnfahrt könnt ihr nutzen, endlich Französisch, Kisuaheli oder Arabisch zu lernen. Ob oldschool mit Karteikarten oder mit einer App wie Babbel oder Duolingo – Vokabellernen funktioniert auch im vollen Bahnabteil. Habt ihr Glück, könnt ihr die neu erworbenen Sprachkenntnisse gleich am Sitznachbarn ausprobieren: „Min fadlak, kam alsa’a?“ (Arabisch) – „Entschuldigen Sie, wie spät ist es?“

2. Lest ein Buch

Das Buch, das euch eure Eltern zu Weihnachten geschenkt haben, verstaubt im Bücherregal, weil ihr bisher keine Zeit zum Lesen hattet? Ausrede! Die morgendliche Bahnfahrt könnt ihr bewusst zu eurer täglichen Lesezeit machen. Anstatt die Sitznachbarn zu belauschen, begleitet lieber Gauß und Humboldt beim Vermessen der Welt oder jagt mit Harry Hole einen Serienmörder.

3. Checkt eure E-Mails

Vorgesetzte, Dozent*innen oder Arbeitskolleg*innen schreiben täglich E-Mails mit Betreffzeilen à la „Betriebsversammlung“, „Klausurvorbereitung“ oder „Meeting“. Auf dem Weg zur Arbeit oder in die Uni habt ihr Zeit, zu prüfen, auf welche E-Mails ihr besser antwortet und welchen Termin ihr euch unbedingt im Kalender notiert.

4. Schreibt To-Do-Listen

Ein Geburtstagsgeschenk für Mama kaufen, die Glühbirne im Flur austauschen, joggen gehen – auf dem Weg fallen einem oft tausend Dinge ein, die noch zu erledigen sind. Das ist gut, schreibt sie auf. To-Do-Listen helfen, den Alltag zu organisieren und die Zeit besser einzuteilen. Setzt euch Fristen, bis wann ihr bestimmte Dinge erledigen wollt. Nichts ist befriedigender, als am Ende des Tages oder der Woche die Punkte auf der To-Do-Liste durchzustreichen.

5. Flirtet mit dem Sitznachbarn

Der Typ mit den Locken guckt schon die ganze Zeit zu dir rüber? Dann springt mal über euren Schatten und lächelt zurück. Ein guter Start: Fragt nach nach der Uhrzeit oder dem Weg zur nächsten Bushaltestelle. Sympathische Menschen kann man nicht nur mit Alkohol im Blut im Club kennenlernen.

6. Stellt euch vor, wie die anderen Fahrgäste leben

Die Frau im Hosenanzug und mit Aktentasche auf dem Schoß arbeitet bestimmt in einer Kanzlei. Und das verliebte Pärchen da hinten hat wahrscheinlich seinen Jahrestag. Oder erst das zweite Date? Was die Oma wohl denkt, die gerade so abwesend aus dem Fenster guckt? Sich zu überlegen, was die anderen Fahrgäste gerade denken und wie sie leben, macht nicht nur Spaß, sondern lenkt auch von den eigenen Problemen ab. Das kann guttun – gerade, wenn eine lange Konferenz oder ein Referat auf euch warten.

7. Frühstückt

In Berlin ist der „Ringbrunch“ bereits Tradition: ein Frühstück mit Klapptischen, Tischdecken und Brötchen im Fahrradabteil der S-Bahn, die rundum Berlin fährt. Jeder Fahrgast kann mitessen, mittrinken und ins Gespräch kommen. Initiator des Ringbrunchs ist das Slow Food Youth Movement, das sich für ein gutes, sauberes und faires Lebensmittelsystem einsetzt. Frühstück in der Bahn geht allerdings auch außerhalb von Berlin. Wenn ihr morgens spät dran seid, nehmt euch einfach Brötchen und Kaffee mit – das spart Zeit und schont den Geldbeutel.

8. Macht einfach mal nichts oder meditiert

Manchmal tut es gut, vor einem anstrengenden Arbeitstag runterzukommen und einfach 30 Minuten lang aus dem Fenster zu gucken. Hochhäuser, Rapsfelder oder Dönerbuden vorbeigleiten zu sehen, kann sehr beruhigend wirken. Fahrt ihr mit der U-Bahn, könnt ihr alternativ die Augen schließen und euch im Meditieren üben. Vielleicht trägt der Bass aus den Kopfhörern des Sitznachbarn sogar zur Entspannung bei.