Der innere Dialog einer Krebspatientin

Mit der Diagnose Krebs und dem folgenden Therapie-Marathon geht jeder Mensch anders um. Natalie Sun beschloss, ihre konfusen Gefühlslagen in Dialogform niederzuschreiben und im SMS-Format zu veröffentlichen. Ein liebevoll-bedrückendes Gespräch.

Screenshot: Instagram

Natalie Sun. Screenshot: Instagram


Natalie Sun aus L.A. wurde am 31. Juli diesen Jahres mit Brustkrebs diagnostiziert. Als Creative Technologist suchte sie einen originellen Weg, ihren Kampf mit der Krankheit zu dokumentieren und rief Texting With Cancer ins Leben. Auf der Webseite schreibt sie ihren inneren Monolog in Form von SMS-Nachrichten als Konversation mit sich selbst auf. Das Gespräch führt die 25-Jährige (im SMS-Verlauf pink) mit ihrem eigenen optimistischen (weiß) sowie pessimistischen (grau) Ich.

Ich bin krank - Du stirbst - alles wird gut. Screenshot: Texting With Cancer
Ich bin krank – Du stirbst – Alles wird gut. Screenshot: Texting With Cancer

Auf ihrer Webseite schreibt Natalie: „Ich habe den minimalistischen SMS-Look gewählt, damit die Leser meine Erfahrungen chronologisch und auf eine vertraute Art nachempfinden können.“ Texting With Cancer ging am Tag vor ihrer ersten Chemo-Therapie an den Start. Die Leser konnten so miterleben, wie sich die Behandlung anfühlt, welche Nebenwirkungen auftreten, wann Depressionen einsetzen und ganz allgemein, wie eine 25 Jahre alte Krebspatientin versucht, ein möglichst normales Leben zu führen.

Am Ende gelang Natalie ein intimer und eindrucksvoller Einblick in den täglichen Kampf mit Krebs – angefangen bei ihrem ungeduldigen Warten auf den ersten Ultrasound bis hin zum irrationalen Glauben, der Krebs würde verschwinden, solange sie die Ärzte und das Krankenhauspersonal freundlich genug behandle.

Screenshot: Texting With Cancer
Screenshot: Texting With Cancer

Natalies Konversation mit sich selbst hat einen ehrlichen, teilweise lustigen und manchmal schwermütigen Touch. „Ich hasse mich selbst immer mehr dafür, dass ich das durchmachen muss“, sagte ihr pessimistisches Ich am 24. Oktober. Aber die Ichs halten sich durchgehend die Waage, der Dialog geht weiter.