Native Americans stoppen den Bau einer Öl-Pipeline – vorerst

In North Dakota (USA) protestieren hunderte Menschen gegen den Bau einer Ölpipeline. Der Protest verbindet Natives und Non-Natives und ist erfolgreich, der Weiterbau steht still. Nur: wie lange?

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Protestler*innen gegen den Pipeline-Bau © Instagram-Account @rezpectourwater

Die Dakota Access Pipeline soll Rohöl von North Dakota nach Illinois transportieren, kostet umgerechnet etwa 3,4 Milliarden Euro und ist laut Aussage des Unternehmens „umweltfreundlich und kostengünstig“.

Das allerdings sehen die Mitglieder des Standing Rock Sioux Tribe (SRST) ganz anders.

Seit zwei Jahren kämpfen sie erbittert gegen den Bau der Pipeline, die durch ihr Land führen soll. Als am 10. August die Bauarbeiten begannen, versammelten sich Tag für Tag Hunderte zu Protesten.

What do you do when your water is under attack? Stand up, fight back. #NoDakotaAccess #RezpectOurWater 📸 Bismarck Tribune

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Die Leitung soll laut Plan nämlich sehr nah an Adler-Nistplätzen und unter einem Dorf des Mandan-Volkes entlang verlaufen. John Eagle Sr. vom SRST sagt dazu: „Sie vergraben ihre Toten in ihren Erdhütten, der Bau würde ihre Gräber zerstören.“

Außerdem befinden sich Trinkwasserreservoirs in der Nähe.

Can't drink oil, keep it in the soil! #RezpectOurWater

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Ein kleiner Sieg

Mit ihren Protesten konnten SRST den Bau tatsächlich stoppen, zumindest für den Moment. Offiziell werden Sicherheitsgründe dafür angeführt. Morton County Sheriff Kyle Kirschmeier sagte in einer Presseerklärung, einige der Protestierenden hätten Feuerwerkskörper und Sprengsätze dabei gehabt.

Mitglieder des SRST widersprechen, die Proteste seien ausschließlich friedlich abgelaufen. Der Vorsitzende der SRST, David Arhcambault, sagte: „Die Position unseres Stammes ist eindeutig: Es gibt bei uns keinen Platz für Drohungen, Gewalt oder kriminelle Aktivitäten. Das ist nicht unsere Art.“

Auch zahlreiche im Umland lebende non-native Americans nahmen an den Protesten teil. LaDonna Allard vom SRST ist dafür sehr dankbar: „Ich hätte nie geglaubt, dass wir so viel Unterstützung bekommen würden, um unser Land und Wasser zu schützen. Wir sind an diesem Wasser aufgewachsen, wir werden weiter dafür beten und es beschützen.“

Prominentester Unterstützer ist übrigens Pharell Williams:

Noch in dieser Woche findet in Washington D.C. eine Anhörung statt, in der über den Weiterbau entschieden werden soll.