Neandertaler gingen an Paleo-Diät zu Grunde

Wer bisher auf die Paleo-Diät setzte, sollte diese Entscheidung nochmal überdenken. Denn für die Neandertaler, die dummen Brüder und Schwestern des Homo sapiens, bedeutete diese Ernährung das Ende ihrer Ära.

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Fleisch: Ein Hauptbestandteil der Paleo-Diät. Foto: 20. Mai 2016

Wie die meisten der unzähligen Ernährungstrends entstand die Idee der Paleo-Ernährungsweise in den USA. Vor 14 Jahren veröffentlichte der Ernährungswissenschaftler Loren Cordain das Buch „The Paleo Diet“ und setzte damit eine Bewegung in Gang.

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Nähmen wir es genau, ist die Paleo-Diät natürlich schon viel älter. Sie stammt aus dem Paläolithikum, also der Altsteinzeit. In diesem Zeitalter blieb den Menschen gar nichts anderes übrig, als sich von Fleisch und, falls verfügbar, Gemüse und Obst zu ernähren. Kein Zucker, kein Mehl, keine Schlagsahne. Na, super.

Keine Schlagsahne für Steinzeitmenschen

Der Archäologe Miki Ben-Dor erklärte nun genau diese Essensweise zum Todesurteil der Neandertaler. Der Forscher an der Universität in Tel-Aviv untersuchte die Körper der Neandertaler, um zu ergründen, warum genau unsere alten Verwandten ausstarben.

Dabei fand er heraus, dass die Neandertaler im Gegensatz zu den schmalen Homo sapiens einen glockenförmigen Rumpf und ein weites Becken hatten. Das führt Ben-Dor darauf zurück, dass sich die Neandertaler anders ernährten. Da der Homo neanderthalensis in vegetationsarmen Gegenden lebte, ernährte er sich fast ausschließlich von Fleisch – also low carb und völlig Paleo-getreu.

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Mit verstärkter Leber- und Nierenfunktion stellten sich die Körper der Neandertaler darauf ein, große Mengen an Fett und Proteinen optimal zu verwerten. Die großen Organe forderten einen weiten Rumpf und ein fülliges Becken. Schade nur, dass mit ihren Jagdobjekten auch die Neandertaler ausstarben. Und mit ihnen die zusätzliche Verdauungsfunktion.

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Im Gegensatz zum Homo neanderthalensis ist der Darm des Homo sapiens nicht für die Ernährung ohne Zucker, Weißmehl (und Spaß) gemacht. Bestünden mehr als 35 bis 50 Prozent unserer Ernährung aus Proteinen, wäre unsere Gesundheit gefährdet, berichtet das Magazin Smithonian.

Ergo: Wenn wir meinen, uns ausschließlich mit Gemüse, Obst, Nüssen, Fleisch, Fisch, Geflügel und Eiern zu einer schlanken Figur zu futtern, haben wir uns wohl geirrt. Und wir gefährden uns darüber hinaus auch noch. Also: Ran an die Schlagsahne.