Nichts kann die Liebe töten – so reagieren die Menschen in Barcelona auf den Terror

Wieder erschüttert ein Terroranschlag Europa. So liebevoll gehen die Menschen in Barcelona miteinander um.

Menschen spenden einander Trost, nachdem Terroristen bei einem Anschlag in Barcelona 13 Menschen töteten. © PAU BARRENA/AFP/Getty Images

Bei einem Terroranschlag in Barcelona wurden gestern Nachmittag mindestens 13 Menschen getötet. Über hundert Menschen wurden verletzt. Gegen 17 Uhr fuhr ein Lieferwagen auf der Flaniermeile Las Ramblas in eine Menschenmenge. Die Straße ist bei Tourist*innen besonders beliebt. Inzwischen gab es drei Festnahmen, keiner der Festgenommenen ist der Fahrer des Wagens. In der Küstenstadt Cambrils wurde ein weiterer mutmaßlicher Anschlag durch die Polizei verhindert, dabei wurden fünf mutmaßliche Terroristen mit Sprengstoffgürteln erschossen.

Kurz nach dem Anschlag forderte die Polizei in Barcelona auf Twitter dazu auf, keine Fotos des Tatorts und der Umgebung zu verbreiten. Der Polizeieinsatz könnte dadurch behindert werden und kritische Informationen an die Terrorist*innen gelangen. Aus Solidarität posteten zahlreiche User*innen stattdessen Katzenbilder. Schon seit den Terroranschlägen in Brüssel verbreiteten sich unter dem Hashtag #BrusselsLockdown im November 2015 zahlreiche Bilder von Katzen. Sie sollen zusätzlich verhindern, dass Bilder von Verletzten oder Toten im Netz herumgereicht werden.

Auch der Hashtag #BedInBarcelona trendete auf Twitter, unter dem Anwohner*innen Platz in ihren Wohnungen, einen Schlafplatz oder warmes Essen anbieten. Auch Hotels boten von der Nacht auf Freitag gratis Zimmer an. „Lasst sie hinein, damit wir uns solange um sie kümmern können, bis La Rambla wieder aufmacht“, sagte Joan Gaspart, Chef der Tourismusbehörde.

Ansässige Taxiunternehmen boten Freifahrten, um Leute aus der Gefahrenzone zu bringen. Auch das private Transportunternehmen Cabify stellte seine Dienste gratis zur Verfügung. Barcelonas öffentliche Verkehrsbetriebe verlangte bei der Nutzung von U-Bahn und Bus keine Tickets.

Die Krankenhäuser in Barcelona riefen dazu auf, Blut zu spenden, um den erhöhten Bedarf durch die vielen Verletzen decken zu können. Genau das taten die Menschen auch sofort. Innerhalb weniger Stunden waren die Blutreserven wieder aufgefüllt.

Auf Twitter häufen sich unter dem Hashtag #TotSomBarcelona (Wir sind alle Barcelona) Solidaritäts- und Beileidsbekundungen, darunter auch Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau.