Noch 118 Jahre: Dann verdienen Frauen endlich so viel wie Männer

Alle Menschen sind gleich, aber Männer sind häufig gleicher — zumindest auf dem Gehaltsscheck.

© getwhatyoucan / photocase.de

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Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) veröffentlicht seit 2006 jedes Jahr eine umfassende Analyse zu der Frage, wie gleichberechtigt Frauen und Männer sind. Vier Lebensbereiche werden berücksichtigt: Gesundheit, Bildung, wirtschaftliche Beteiligung und politische Vertretung.

Laut des aktuellen Global Gender Gap Report gab es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt Fortschritte. Eine echte Gleichberechtigung liegt aber noch in weiter Ferne. Exemplarisch: Ganze 118 Jahre wird es noch dauern, bis die Geschlechter für die gleiche Arbeit gleich bezahlt werden.

Die Hochrechnung geht von der Entwicklung der letzten zehn Jahre aus. Global betrachtet verdienen Frauen heute etwa so viel, wie Männer im Jahr 2006. Sollte es so weitergehen, dürfen wir uns also schon mal auf das Jahr 2133 freuen, wenn unsere Ururenkelinnen eine gerechte Bezahlung erhalten für ihre Arbeit.

Im Gesamtindex, der die Indizes für die vier Bereiche kombiniert, schneiden die europäischen Länder am besten ab. Es gibt aber auch einige Überraschungen, wie diese Grafik zeigt:

Einige interessante Fakten aus dem WEF-Report präsentieren wir euch hier:

Frauen verdienen 46 Prozent weniger — immer noch

Männer verdienen im weltweiten Schnitt 19.194 Euro pro Jahr, Frauen 10.368 Euro. Sie erhalten damit 46 Prozent weniger. 2006 verdienten Männer im weltweiten Schnitt 10.600 Euro pro Jahr, Frauen 5.713 Euro. Das sind 46,1 Prozent weniger.

Die mageren 0,1 Prozentpunkte Verbesserung erklären, warum es 118 Jahre dauern wird, bis sich die Gehälter angleichen, wenn die Rate konstant bleibt.

Ruanda schneidet bei der Lohngleichheit am besten ab

Am gerechtesten, zumindest was die Verhältnismäßigkeit der Löhne betrifft, geht es in Ruanda zu. Das afrikanische Bürgerkriegsland liegt auf Rang Eins, wenn es darum geht, inwieweit Frauen für die gleiche Arbeit gleich entlohnt werden wie Männer. Sie verdienen „nur“ 12 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Angola schneidet in der Hinsicht am schlechtesten ab. Dort gibt es 40 Prozent weniger.

Gleiche Arbeit, gleiche Entlohnung? Nicht in Deutschland

Die Wirtschaftslokomotive Europas schneidet, was gerechte Bezahlung angeht, sehr schlecht ab. In Deutschland erhalten Frauen für die gleiche Arbeit 42 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das gibt Rang 101 von 145 Ländern.

Über alle Jobs hinweg verdienen Frauen im Schnitt 33.433 Euro, Männer hingegen 37.406 Euro.

Gesamtindex: Island top, Jemen flop

Im Ranking der insgesamt 145 untersuchten Länder landet Island auf Platz eins mit einem Wert von 0,881 im Gesamtindex. Ein Wert von 1 würde vollkommene Gleichberechtigung bedeuten. Auf den Folgeplätzen landen natürlich auch Skandinavier: Norwegen, Finnland und Schweden. Deutschland schafft es auf Platz elf, Schlusslicht ist Jemen mit 0,484.

Von Philipp Nagels für Business Insider Deutschland.


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