Noch nie hat jemand einen dermaßen hohen Ton wie diese Opernsängerin gesungen

Die neue singende Wonder Woman heißt Audrey Luna.

Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhh Screenshot: The Metropolitan Opera/Facebook

Gleich vorweg, die Antworten auf die dringendsten Fragen dazu: Nein, es sind weder Fensterscheiben noch Brillengläser zersprungen. Und nein, es kamen nicht Dutzende Hunde aus der ganzen Stadt angerannt. Obwohl der Ton tatsächlich etwas von einem schreienden Chihuahua hatte. Die Rede ist von dem A über dem hohen C: ein dermaßen hoher Ton, dass bisher niemand in der Lage war, ihn zu treffen. Zumindest nicht in der 137 Jahre langen Geschichte der Metropolitan Opera (Met) in New York City – eines der weltweit führenden Opernhäuser.

Superheldin Audrey Luna

Die neue singende Wonder Woman heißt Audrey Luna. Sie hat geschafft, was vor ihr niemand konnte. In dem neuen Opernstück The Exterminating Angel von Thomas Adès erreicht sie während der zwei Stunden und 40 Minuten langen Vorstellung für zwei Sekundenbruchteile den vermeintlich unerreichbaren Ton. Laut Archivar*innen des Mets sei das nur durch eine Kombination von genetischer Veranlagung, rigorosem Training und psychischer Beherrschung der fragilen Stimmbänder möglich, schreibt die New York Times. Auf deren Website ist auch eine Aufnahme des Supertons zu finden.

"It’s an A above high C — the equivalent of a pole vault to the sun. Watch a record at the The Metropolitan Opera: the…

Posted by The Metropolitan Opera on Dienstag, 7. November 2017

Neben der Tonhöhe selbst ist auch der Zeitpunkt der Note ein Pferdefuß. Für Luna bleibt nämlich nur wenig Zeit, ihre Stimme darauf vorzubereiten. Denn: Das A ist die allererste Note des Stücks. Sie singt es noch bevor sie auf der Bühne erscheint, und ein wenig später ein weiteres mal.

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Da manche Künstler*innen auf der Bühne aber improvisieren und zudem nicht jeder Ton eines Stücks akribisch aufgezeichnet und geprüft wird, sei es laut Met-Archivar Peter Clark unmöglich, über alle Töne der Welt Buch zu führen. Es könne daher durchaus sein, dass bereits ein noch höherer Ton gesungen wurde, aber nirgends erwähnt wurde.

Der Komponist Thomas Adès habe sich bewusst Audrey Luna für sein neues Stück gewünscht. Sie sei in anderen Stücken bereits mit sehr hohen Tönen aufgefallen, so auch in Adès‘ eigener Adaption von The Tempest in der Met in 2012. Schon damals waren die hohen Noten eine Herausforderung. Als Adès sie aber für The Exterminating Angel anfragte, wurde für Luna aus der Herausforderung eine Mutprobe, die sie unbedingt bestehen wollte – und auch tat.