Nordkoreas Wasserstoffbombe: Wie sie funktioniert, wie die Welt reagiert

Nordkorea hat nach eigenen Angaben letzte Nacht erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet. Eine unabhängige Bestätigung steht derzeit noch aus. Für Nordkorea bedeutet der Test einen Schritt weiter in Richtung Nuklearmacht.

© Ed Jones/AFP/Getty Images

Hat Nordkorea eine Wasserstoffbombe getestet? © Ed Jones/AFP/Getty Images

In einem offiziellen Statement heißt es: „Dieser Test ist eine Maßnahme zur Selbstverteidigung, den die Demokratische Volksrepublik Korea unternahm, um die Souveränität und die vitalen Rechte des Staates vor den stets wachsenden, nuklearen Bedrohungen und Erpressungen der U.S.-amerikanischen Mächte zu beschützen und weiterhin den Frieden auf der koreanischen Halbinsel sowie in der gesamten Region zu gewährleisten.“

Erdbeben vorausgegangen

Vorausgegangen war eine Meldung über ein Erdbeben innerhalb eines nordkoreanischen Atomtestgebietes, in dem auch 2013 Nordkoreas letzter Atomtest durchgeführt wurde. Das Erdbeben hatte laut US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke eine Stärke von 5,1. Neben 2013 hat Nordkorea bereits 2006 und 2009 Atomtests unternommen und jedesmal international Empörung und Sanktionen des UN-Sicherheitsrates erhalten.

Was ist eine Wasserstoffbombe?

Bei der Wasserstoffbombe entsteht die Explosion durch die Fusion der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium. Die für die Fusion notwendige extreme Temperatur wird durch eine kleine Atombombe ausgelöst, die sich in der Wasserstoffbombe befindet. Die Wasserstoffbombe explodiert in zwei Stufen: Zuerst eine Kernspaltungsreaktion und in einem zweiten Schritt die Kernfusion, die durch die enorme Energiefreisetzung so zerstörerisch wirkt.

In früheren Atomtests hatte Nordkorea lediglich Explosionen der ersten Stufe getestet. Diesmal sei das angeblich anders.

Internationale Reaktionen

Federica Mogherini, hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, sagte in einem Statement, der Test sei eine schwere Verletzung der Verpflichtung Nordkoreas keine Atomwaffen zu testen oder zu produzieren und eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der gesamten nordasiatischen Region.

Die UN berief eine Dringlichkeitssitzung ein. Schon am Mittwoch soll über das weitere Vorgehen beraten werden, sagte eine Sprecherin. Nordkoreas Atomtest sei eine Provokation und eine klare Verletzung von UN-Resolutionen, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap Südkoreas Vizeaußenminister Lim Sungnam. Auch Japan reagierte besorgt. „Das ist eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes“, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe. Der Atomtest sei absolut nicht hinnehmbar.