Norwegische Black-Metal-Legende wird gegen seinen Willen zum Stadtrat gewählt

Fenriz aus Norwegen macht wilden und dunklen Metal, ist Radiomoderator, Musikjournalist, DJ und Postangestellter. Und jetzt auch unfreiwilliger Lokalpolitiker.

© Screenshot | Facebook | Fenriz

Wollte das alles eigentlich gar nicht: Fenriz von Darkthrone. © Screenshot | Facebook | Fenriz

Er hatte extra darum gebeten, nicht gewählt zu werden. Jetzt ist es doch passiert: Gylve „Fenriz“ Nagell, Drummer einer der einflussreichsten Black-Metal-Bands überhaupt, wird Stadtrat in Kolbotn nahe Oslo.

Im Gespräch mit dem Musikmagazin Clrvynt erzählt der Norweger, wie er zunächst angerufen und gefragt wurde, ob er auf eine Liste von Ersatzkandidat*innen für die Wahl im 9.000-Seelen-Ort möchte: „Ich habe zugesagt. Ich ging ja davon aus, ich werde ungefähr Nummer 18 auf der Liste sein und sowieso nichts tun müssen.“

Seine „Kampagne“ sei nur ein Bild von ihm mit seiner Katze gewesen, dazu der Satz: „Bitte wählt mich nicht.“

Was dann passierte, habe er nicht erwartet: Die Leute haben ihn tatsächlich ins Amt gewählt, worüber er nicht wirklich erfreut ist. Viel Geld sei da nicht im Spiel, aber immerhin bekomme so auch seine Band Darkthrone und das kommende neue Album Aufmerksamkeit.

„Ich bin nun eine Säule der Gemeinschaft.““ – Fenriz im Clrvynt-Interview

Sogar in der Lokalzeitung werde über ihn berichtet. „Naja. Jetzt ist das halt so. Bin ich eben Lokalpolitiker. Aber Norwegen ist ja nicht so groß und lokal bedeutet da auch lokal“, sagt er. Das Amt muss er nun für vier Jahre ausüben, erst danach kann er eine mögliche Wiederwahl ablehnen. „Ich bin nun eine Säule der Gemeinschaft.“

Die Katze, die „Erdnussbutter“ auf Norwegisch heißt, würde er übrigens nicht in die Ratssitzungen mitnehmen. „Sie würde das hassen“, sagt er.