In Norwegen wird Zocken zum Schulfach

© Toshifumi Kitamura/AFP/Getty Images

Der neue Turnunterricht.© Toshifumi Kitamura/AFP/Getty Images

Was für viele Nerds nach Utopie klingt, wird in Norwegen bald Wirklichkeit. In Bergen möchte eine Schule Computerspiele in den Unterricht einbinden und so hoch dotierte Preise bei eSports-Turnieren einheimsen.

Eine Schule in Norwegen plant, zukünftig ein Fach „Computerspielen“ in den Lehrplan zu integrieren. Details sind noch nicht bekannt – vermutlich werden eSports aber Teil des Turnunterrichts sein. Wie diese Kurse genau ablaufen werden, müsse noch beurteilt werden, sagt ein Vertreter der Garnes Vidaregåande Skule in Bergen.

Derzeit wird ein spezieller Raum gestaltet, der 15 hochwertige Gaming-PCs (Nvidia Geforce GTX 980Ti) und bis zu 30 Schüler fassen soll.Tastatur, Maus und Headset bringen die Schüler selbst mit, damit sie mit gewohnter Technik spielen können. Die Idee: Jeweils 15 Schüler spielen Videospiele, während die andere Hälfte eine Reihe an Leibesübungen durchführt, die dabei helfen, Zock-Skills zu verbessern. Dazu gehören unter anderem Konzentrations- und Reflex-Übungen.

In den skandinavischen Ländern ist das die erste Schule, die eSports in den Lehrplan aufnimmt. Peter Grahl, Leiter des Wissenschaftsinstituts der Schule, meinte aber, dass es relativ einfach war, die Erlaubnis für eine derartige Neuerung im Curriculum zu erhalten.

Die Anforderungen für eSports als Lehreinheit wären dieselben gewesen wie für andere Sportarten. Genau wie beim Fuß- oder Handballspielen würden die Schüler nach ihrer Fähigkeit im Team zu kommunizieren sowie ihren taktischen und strategischen Qualitäten benotet werden.

© Caroline Pankert/AFP/Getty Images
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Die Schule stellte mittlerweile eine Liste mit Computerspielen zusammen, die am ehesten für eine solche Lehreinheit geeignet wären. Aus dieser Liste sollten die Schüler ihre zwei Favoriten wählen, die später im Unterricht verwendet werden. Dota 2, Counter-Strike, League of Legends und StarCraft 2 waren auch dabei.

Fünf Wochenstunden soll das neue Fach im Stundenplan einnehmen – Lehrer mit entsprechender Expertise werden bereits gesucht. Von ihnen wird erwartet, dass sie die Gaming-Räumlichkeiten auch in ihrer Freizeit nutzen, um ihre eigenen Skills zu trainieren. Dahinter steht die Hoffnung, dass sich aus den besten der Besten Teams bilden, die in der Lage sind, in nationalen und internationalen eSports-Wettbewerben teilzunehmen und auf diese Weise lukrative Preise abstauben.

Andere Länder ziehen womöglich bald nach: Schweden überlegt bereits, das moderierte Zocken in den Lehrplan aufzunehmen.