Obama erklärt, warum alle Väter Feministen sein sollten

Von echter Gleichberechtigung von Männern und Frauen sind wir noch weit entfernt. US-Präsident Barack Obama liefert in einem Interview gute Gründe, warum sich das ändern muss.

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Barack Obama mit seiner Familie © Getty Images

Für Barack Obama beginnt der präsidiale Endspurt: Noch etwa ein halbes Jahr sitzt er im US-amerikanischen Oval Office. Zeit also, den Menschen noch wichtige Ratschläge mit auf den Weg zu geben, bevor ein*e andere*r das Zepter übernimmt. Plattform dafür bot ihm diese Woche die Zeitschrift Glamour. Darin erklärt Obama, warum er Feminist ist. Und warum es alle Väter (und Menschen überhaupt) auch sein sollten.

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Obama zitiert die Kongressabgeordnete Shirley Chisholm, die sagte: „Das emotionale, sexuelle und psychologische Stigmatisieren von Frauen beginnt in dem Moment, in dem der Doktor sagt: Es ist ein Mädchen.“

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Als Sohn einer alleinerziehenden Mutter, Ehemann einer Powerfrau und Vater zweier Töchter sind Obama die Hürden bewusst, die vielen Frauen in ihrem Leben in den Weg geworfen werden. Für Obama ist es aber nicht nur Sache der Frauen, weiter für ihre Rechte zu kämpfen.

Seine Töchter sollen zu selbstbewussten Frauen aufwachsen

„Es ist auf jeden Fall auch Aufgabe eines jeden Mannes, Sexismus zu bekämpfen. Als Ehemänner und Partner müssen wir hart daran arbeiten und uns bewusst dafür einsetzen, tatsächlich gleichberechtigte Beziehungen zu führen.“

Obama wendet sich insbesondere an Väter. Diese sollten sich natürlicherweise dafür einsetzen, dass den eigenen Kindern alle Wege offen stehen und sie nie Opfer von Sexismus und Diskriminierungen werden.

„Als Vater zweier Töchter wird dir besonders bewusst, wie tief Geschlechter Stereotypen in unserer Gesellschaft verankert sind. Du spürst den enormen Druck, denen Mädchen ausgesetzt sind, auf eine bestimmte Art und Weise auszusehen, sich zu verhalten und sogar zu denken.“

Für den US-amerikanischen Präsidenten ist es wichtig, dass seine Töchter zu selbstbewussten Frauen heranwachsen, die sich von solchen Mechanismen lösen können.

„Ja, es ist wichtig, dass ihr Vater Feminist ist. Denn das erwarten sie nun von allen Männern.“

Ein Appell an uns alle

An jeden und jede Einzelne*n appelliert Obama in der Glamour aus diesem Grund, die gesellschaftlichen Verhaltensmuster, die Frauen klein halten wollen, gemeinsam weiter zu bekämpfen.

„Wir müssen weiter dagegen kämpfen, dass unsere Mädchen zur Sittsamkeit und nicht wie unsere Jungs zu Selbstbewusstsein erzogen werden, dass unsere Töchter dafür kritisiert werden, dass sie laut ihre Meinung aussprechen und unsere Jungs dafür, eine Träne zu vergießen. Wir müssen die Tendenz bekämpfen, Frauen für ihre Sexualität zu bestrafen und Männer für ihre zu belohnen.“