Pipeline-Bau in North Dakota gestoppt – so feiern Native Americans

Nach ausdauerndem Protest gegen den Bau einer Erdölpipeline nahe eines Reservats des Standing Rock Sioux Tribes (SRST) gibt es nun gute Nachrichten: Der Bau ist gestoppt.

Die 1900 Kilometer lange Dakota Access Pipeline sollte durch Fracking gewonnenes Rohöl von North Dakota nach Illinois transportieren. Der umgerechnet 3,4 Milliarden Euro teure Bau ist fast fertig – es fehlte nur ein Teilstück in North Dakota. Dort sollte die Pipeline allerdings durch das Gebiet des SRST verlaufen. Vorbei am Wasserreservoir und heiligen Gräbern des Einwohnerstammes. (ze.tt berichtete hier und hier)

Über zwei Jahre wehrten sich Umweltschützer, Natives und Non-Natives gegen den Bau. Erfolgreich.

Der Vorsitzende des SRST, Dave Archambault II., ließ am Sonntag in einem Statement mitteilen: „Heute verkündete das Ingenieurkorps der US-Armee, dass Lake Oahe von der Dakota Access Pipeline befreit wird. Stattdessen wird das Ingenieurkorps alternative, umweltfreundlichere Routen prüfen. Wir unterstützen die Entscheidung der Regierung mit ganzem Herzen. (…) Der Standing Rock Sioux Tribe wird der Regierung Obama für immer für diese historische Entscheidung dankbar sein.“

Bernie Sanders, von Anfang an großer Unterstützer des SRST, drückte auf Twitter seine Erleichterung aus:

Der zukünftige US-Präsident Donald Trump setzte sich hingegen für den Bau der Pipeline ein, er hat als Unternehmer in die Pipeline-Betreiberfirma „Energy Transfer Partners“ investiert. Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, kritisierte die Entscheidung der Obama-Regierung. In einem Statement sagte er, er würde sich freuen, dass die Zeiten des Anti-Energie-Präsidenten bald vorbei wären.

Ob die Regierung unter Trump die neue Route der Pipeline so beibehalten wird, ist derzeit noch unklar. Zumindest vorerst jedoch besteht für die Umweltschützer*innen ordentlich Grund zum Feiern.