Omi setzt höflichste Google-Suche aller Zeiten ab

Man sagt, Engländer*innen haben gute Manieren – manche auch gegenüber Suchmaschinen. Zumindest gilt das für diese 86 Jahre alte Großmutter.

Screenshot: @Push10BenTwitter / edited by ze.tt

Too polite to internet. Screenshot: @Push10BenTwitter / edited by ze.tt

Geübte Googler*innern wissen, wie sie mit der Suchmaschine umzugehen haben. Sie suchen mit Stichworten, setzen Ergebnisfilter oder verwenden Such-Operatoren. So kommen sie in Sekundenschnelle auf das gewünschte Ergebnis. Dass dabei viel Liebe und Höflichkeit verloren geht, ist irrelevant, weil die Suchanfragen schließlich kein echter Mensch beantwortet.

Genau das wusste die 86 Jahre alte May Ashworth aus Wigan in England nicht. Vergangenen Donnerstag hatte sie ein Anliegen, das Herr Google doch bitte für sie beantworten sollte. „Bitte übersetze diese römischen Ziffer mcmxcviii danke“ tippte sie in das Suchfeld.

Die Suchanfrage entdeckte ihr Enkel, Ben John. Er war gerade bei ihr zu Besuch, um Wäsche zu waschen, und wollte sich mit Surfen die Wartezeit verkürzen. Er fand Mays Frage so lustig, dass er ein Foto schoss und es auf Twitter teilte. Die Community verliebte sich sofort: Der Tweet wurde bis heute fast 16.000 mal geteilt und 24.000 mal geliket.

Auch Google selbst bekam den Tumult mit und antwortete eine Woche später mit dem recht lahmen Tweet: „Liebe Großmutter. Ein Dank ist nicht notwendig. Hochachtungsvoll, Google“.

Ein paar Stunden später schob Google UK dann noch einen sympathischen Tweet nach: „Liebe Omi von Ben. Hoffentlich geht es dir gut. In einer Welt von Milliarden von Suchanfragen hat uns deine zum Lächeln gebracht. Oh, und die Antwort ist 1998.“

Der BBC erzählte Ben den Grund, warum seine Oma so höflich zur Google-Suche war: Sie dachte, dass tatsächlich ein Mensch am anderen Ende der Leitung – in Googles Unternehmenszentrale – sitzt und in Echtzeit die Suchanfragen abarbeitet. Sie hatte die Hoffnung, mit Höflichkeit würde ihre Frage vielleicht schneller beantwortet werden. Ben twitterte noch am selben Tag ein Foto von sich und seiner berühmten Oma.