Orgasmus: Frauen kommen eben doch so häufig wie Männer

Laut einer neuen Studie können Frauen genauso häufig Orgasmen haben wie Männer. Allerdings gilt das nur für eine bestimmte Gruppe.

Um Sex richtig genießen zu können, muss man seinen Körper kennenlernen. Foto: Pexels | CC0 Lizenz

Orgasmus ohne Penis gibt’s nicht?

Das Problem mit dem weiblichen Orgasmus: von vielen diskutiert, besonders gern von Männern und am meisten wahrscheinlich von Freud. Der ging sogar soweit, Orgasmen in minderwertige und höherwertige aufzuteilen. Selbstverständlich ist der Orgasmus durch Penetration der hochwertigere – wer hätte es auch anders erwartet? Wie sollten Frauen denn ohne einen Penis – also Mann – Orgasmen haben können?

Glücklicherweise wissen wir, dass das totaler Bullshit ist. Frauen können genauso viele Orgasmen haben. Zumindest wurde dies in einer repräsentativen Umfrage mit Bi-, Homo- und Heterosexuellen in den USA festgestellt und in der wissenschaftlichen Zeitschrift Archives of sexual Behavior präsentiert. Die Studie fand heraus, dass Frauen sehr wohl genauso häufig einen Orgasmus beim Sex haben können wie Männer – allerdings nur lesbische Frauen. Sprich Frauen, die Sex mit Frauen und nicht mit Männern haben.

Let’s talk about sex

Die Frage, die jetzt aufkommt, ist natürlich: Was machen lesbische Frauen anders? Der Unterschied, der auf der Hand liegen würde: Sie haben Sex mit jemandem, der das gleiche Geschlecht hat und deshalb schlicht und einfach besser weiß, was sich „da unten“ befindet und welche Knöpfe gedrückt werden müssen. Dieser These würde allerdings widersprechen, dass homosexuelle Männer, laut der gleichen Studie, weniger häufig Orgasmen haben als heterosexuelle. Außerdem sieht jede Vagina anders aus und jede Frau hat unterschiedliche Vorlieben.

Woran liegt es also dann? Die Studie fand mit einem beigefügten Fragebogen heraus, dass es größtenteils an der Kommunikation der Partner lag. Frauen die mehr Orgasmen hatten, gaben an, dass sie ihre Wünsche und Vorlieben beim Sex äußern und ihren Partner loben, wenn dieser einem besondere Freude im Bett bereitet hatte.

Das allerdings kann man nur mitteilen, wenn man seinen eigenen Körper und seine eigenen Vorlieben kennt. Und hier haben lesbische Frauen wohl doch einen Vorteil. Durch ihre häufigere Konfrontation mit Vaginen beschäftigen sie sich auch eher mit ihrer eigenen und wissen so, was ihnen gefällt. Das teilen sie dann mit. Oder wie Amna Franzke es in der taz ausdrückt:

Nur wer benennen kann, was ihm oder ihr Lust bereitet, kann das dem Gegenüber auch vermitteln.“

Klingt logisch, oder?

Eine weitere Sache, die alle Viel-Orgasmer übrigens auch noch gemeinsam hatten: Sie hatten mehr Oralsex. Also, ihr wisst, was ihr heute im Bett zu tun habt: Benutzt euren Mund, ob ihr damit redet oder etwas anderes damit tut, sei euch überlassen.


Von Olga Felker auf EDITION F.

Hier könnt ihr EDITION F auf Facebook folgen.

Außerdem auf ze.tt