Paint, unser Lieblings-Mal-Programm von früher, wird sterben

Hobby-Grafiker*innen in aller Welt haltet die digitalen Pinsel fest: Microsoft wird Paint nicht weiterentwickeln. Mit dem nächsten Windows-10-Update hat es sich ausgemalt.

Es geht zu Ende mit Paint. Zeichnung: ze.tt

Abertausende Liebesbekundungen wurden damit zusammengekrakelt. Millionen Herzchen, Luftballons und Das-ist-das-Haus-vom-Nikolaus-Häuser perfektioniert. Und nun ist der Eimer leer, die Farbe vertrocknet, Paint ist aus. Nach 32 Jahren will Microsoft das Programm nicht mehr weiterentwickeln.

Seit 1985 konnten wir unseren inneren Picasso ausleben und mithilfe der Maus das kreieren, wozu unsere bloßen Hände nicht imstande waren. Paint 3D war ein netter zwar unnötiger Luxus, doch wir nahmen es hin – und kritzelten doch am liebsten zweidimensionale Objekte, eckige Kreise und zitternde Buchstaben weiter.

Die Grafik wird durchgentrifiziert

Paint war mehr als ein kostenloses Grafikprogramm – es war ein sicherer Raum, in dem wir das Unperfekte zelebrieren konnten. Auch wenn viele von uns Paint womöglich seit Jahren nicht mehr benutzt haben. Dass die Grafik-Welt nun so durchgentrifiziert wird, dürfte den meisten von uns einen Pinselstich ins Herz versetzen.

Und dabei kann sich sehen lassen, was durch Paints Pinsel entstand. Wie diese Illustrationen eines Mannes, der zu schlecht für Photoshop war und aus der Not heraus Paint perfektionierte:

Oder diese wundervollen Kunstwerke des damals 97-jährigen Hal Lasko:

Oder Jim’ll Paint It, der normalerweise alles auf Paint malt, was die Leute im zutwittern – und sich nun wahrscheinlich ein neues Hobby suchen muss:

Kramt eure alten Rechner hervor, reanimiert Windows, kritzelt so viele Bildchen es geht – es könnten eure letzten sein.