Panama Papers: Das sind die Ausreden der Verdächtigten

Die Kanzlei Mossack Fonseca in Panama hat für Politiker, Verbrecher und Sportstars Briefkastenfirmen eingerichtet. Nach dem Leak sind sie unter Druck. Wie rechtfertigen die Verdächtigten ihre geheimen Geschäfte?

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Lionel Messi: "Ich unterschreibe alles, was mein Vater mir vorlegt." © Robert Marquardt/Getty Images

Nicht alle Menschen, die Briefkastenfirmen einrichten, sind Kriminelle. So kann es für Geschäftsmänner in Ländern wie Russland oder der Ukraine durchaus sinnvoll sein, das Geld vor Verbrechern zu verstecken oder harten Regeln für den Tausch oder den Besitz von ausländischen Devisen zuvorzukommen.

Klar ist aber auch: viele Leute nutzen eine anonyme Briefkastenfirma, um Geschäfte zu verschleiern. Die von der Süddeutschen Zeitung durchsuchten Panama Papers zeigen, dass die Mächtigen der Welt tausendfach Briefkastenfirmen einrichteten.

Unter den Heimlichtuern: Fußballer Lionel Messi, Russland Präsident Wladimir Putin oder Islands Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson. Sie alle geraten unter Druck und müssen sich rechtfertigen – was sie mit teils absurden Argumenten tun. ze.tt hat einige gesammelt.

Islands Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson sagte:

Ich habe es nicht in Betracht gezogen, wegen dieser Sache zurückzutreten, und ich werde wegen dieser Sache nicht zurücktreten.

Ob das wirklich sein letztes Wort zu der Sache war, ist unwahrscheinlich. In einem Fernsehinterview wurde er auf eine Firma in Panama angesprochen, die ihm gehört. Er stand einfach auf und brach das Interview ab.

Russlands Präsident Wladimir Putin taucht in den Unterlagen nicht namentlich auf, dafür aber einige seiner engsten Freunde. Sie sollen mit Hilfe von Briefkastenfirmen rund zwei Milliarden US-Dollar ins Ausland geschafft haben. Die russische Regierung vermutet den US-Auslandsgeheimdienst CIA hinter diesen Enthüllungen. Viele der an den Recherchen beteiligten Journalisten seien „frühere Mitarbeiter des Außenministeriums, der CIA und anderer Geheimdienste“, sagte ein Kreml-Sprecher.

Noch doller liegt der Fall in der Ukraine. Das Antikorruptionsbüro wird nicht gegen den verdächtigten Präsidenten Petro Poroschenko ermitteln. Die Behörde erklärte:

Gemäß der geltenden Gesetze gehört der Präsident nicht zur Liste der Funktionsträger, gegen die das Büro Ermittlungen aufnehmen kann.

Geht so Strafverfolgung in der Ukraine? Immerhin haben zwei Abgeordnete der Präsidentenpartei die Einrichtung einer juristischen Untersuchungskommission angeregt.

Der argentinische Fußball Lionel Messi bestreitetGeld in einer Offshorefirma in Panama geparkt zu haben. Die Vorwürfe seien „falsch und beleidigend“, teilte die Familie in einem Kommuniqué mit, das sie der spanischen Nachrichtenagentur Efe übermittelte.

Mehr zu den Panama Papers:

Die wichtigsten Fragen und Antworten (Guardian, englisch)

Die Panama Papers, erklärt für Fünfjährige (jetzt.de)