Paris will Liebesschlösser verkaufen und den Erlös an Geflüchtete spenden

Das ist wahre Liebe: Die Pariser Stadtverwaltung möchte die abmontierten Liebesschlösser für einen guten Zweck verkaufen.

Anti-Liebeschlösser-Protest auf der Pont Neuf. Foto: Jacques DemarthonJ/AFP/Getty Images

Vor 18 Monaten entschied sich die Stadt Paris dafür, die sogenannten „Liebesschlösser“ an den Geländern von Pariser Brücken abzumontieren. Eine Millionen Schlösser sind bisher entfernt worden. Ganz schön viel Liebessymbolmüll. Damit will Paris nun etwas Gutes tun: Mit dem Verkauf der Schlösser will die Stadt Geld sammeln, das Geflüchteten in der Stadt zugute kommen soll. Paris‘ stellvertretender Bürgermeister Bruno Julliard hofft, durch den Schlösserverkauf im nächsten Jahr mehr als 100.000 Euro einzunehmen.

Ein Teil der Schlösser werde an Sammler*innen und Tourist*innen für einen erschwinglichen Preis verkauft. Der Rest wird eingeschmolzen und als Wertstoff weiterverkauft. Der Erlös soll komplett an Geflüchtete gehen. Wo und wie genau die Gelder fließen werden, ist bisher allerdings nicht bekannt.

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Das Geld können die Geflüchteten in Paris jedenfalls gut gebrauchen: Nachdem die französische Polizei das Geflüchtetenlager in Calais Ende Oktober räumte, machten sich viele obdachlose Geflüchtete auf den Weg nach Paris. Zwar wurde zeitgleich das erste offizielle Geflüchtetenlager in Paris eröffnet – doch das verfügt nur über Kapazität für 400 Menschen, schreibt das britische Onlinemagazin Dazed.

[Außerdem bei ze.tt:Räumung des „Dschungels“: So sieht es gerade im Geflüchtetencamp in Calais aus]

Dass die abmontierten Schlösser einem guten Zweck dienen sollen, freut auch einstige Kritiker*innen der Liebessymbole. Im Januar 2014 schlossen sich zwei Aktivistinnen zusammen, um mit der Initiative NoLoveLocks gegen die Schlösser zu demonstrieren. Ihr Antrieb war es, die Verschmutzung der Seine durch die Tausenden Schlüssel und die Abnutzung geschichtsträchtiger Bauten zu verhindern.

Die Ankündigungen des Verkaufs der Schlösser für Geflüchtete befanden die Gründer*innen als überraschend positive Wende. „Paris gibt mit dieser Aktion ein starkes Statement ab. Ich hoffe, dass sich andere Städte ein Beispiel an diesem Vorhaben nehmen“, sagte einer der Aktivistinnen Lisa Anselmo dem Guardian.

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