Penisskulptur am Pilgerweg: Gläubige stören sich an riesigem Gemächt

Weil sein Anblick Pilger*innen verschrecken könnte, möchte ein Ort in Österreich einen zwei Meter grossen Phallus verhüllen. Jetzt hat sich daraus eine Provinzposse entwickelt.

Der Phallus im Garten der Villa. © dpa

Wenn am Gründonnerstag im oberösterreichischen Traunstein um 21 Uhr die Glocken der Johannesbergkirche schlagen, versammeln sich gläubige Männer und Frauen zum traditionellen Antlaßsingen. Wie ein Brauchtumskalender schreibt, singt die Gruppe jede Stunde bis etwa 3:30 Uhr in der Früh das Antlaßlied, das mit folgender Zeile beginnt: „Meine Herren und Frauen lasst’s euch sagn, da Hammer hat neini gschlagn!“ Dann, gegen 4 Uhr, wandert die Prozession den Kalvarienberg hinauf zu einer Kapelle.

Und da beginnt das Problem.

Denn direkt neben dem Weg zu der Kapelle, dort, wo die Gruppe Andacht halten müsste, steht auf einem Privatgrundstück seit Kurzem ein etwa zwei Meter großer Penis aus Marmor. Er gehört dem 53-jährigen Antiquitätenhändler Jürgen Hesz. Die Skulptur stand zuvor an anderer Stelle im Garten, doch der Hesz hat ihn umgestellt, ganz nah an den Pilgerweg heran. Absicht, um die Gemeinde zu reizen, mit der er sich vor etwa einem Jahr nicht einigen konnte, den Pilgerweg zugunsten eines geplanten Kunstspeichers um ein paar Meter zu verlegen?

Nein, sagt Hesz. Vielmehr habe er ihn im Zuge des Frühlingserwachens in seinem Garten umgestellt. „Dahinter steckt keine böse Absicht oder Gemeinheit.“

Ärger über Marmorphallus neben KreuzwegIn Traunkirchen (Bezirk Gmunden) ärgern sich Gläubige über eine zwei Meter hohe…

Posted by Christian Stefaner-Schmid on Dienstag, 11. April 2017

Die Gemeinde Traunstein teilte Hesz‘ Definition von Frühlingserwachen nicht und stellte am Dienstag Absperrgitter auf, die sie mit einer grünen Plastikplane bezog. Pech für die Stadt: Der Zaun befand sich auf nicht auf öffentlichem Grund, sondern auf Hesz‘ Grundstück. Sie musste ihn schon am Mittwoch wieder entfernen.

Der Antiquitätenhändler hat nun eine, wie er findet, herausragende Idee. Er möchte ein Kondom für den Riesenpenis anfertigen lassen. „Welche Farbe es haben wird, steht noch nicht fest“, sagt er. Es soll aber einen Aufdruck bekommen: „Gelobt sei, was hart macht. Oder: Gelobt sei, was hart wird“, sagt Hesz.

Bürgermeister Christoph Schragl ist darüber nicht gerade glücklich: „Ich setze auf ein persönliches Gespräch und eine einvernehmliche Lösung“. Viel Zeit bleibt Schragl nicht mehr. Vielleicht kann er ja zumindest über die Farbe des Kondoms mitentscheiden.

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