Perseiden: Wo ihr die Sternschnuppen gut sehen könnt

In diesen Nächten regnet es Sternschnuppen. Wir könnten ihren Anblick genießen, doch meist hindert uns etwas daran: das Licht unserer Städte. Entfliehen wir den Stadtlichtern, wenn auch nur für ein oder zwei Nächte.

© Ethan Miller/Getty Images

Perseiden über Nevada: Am 12. August sind die meisten Sternschnuppen am Himmel, in der Nacht zum 14. sind sie am besten zu sehen. © Ethan Miller/Getty Images

In diesen heißen Sommernächten können wir ohne Weiteres draußen schlafen: Picknickdecke auf den Balkon, Matratze oben drauf, Kerzen – nein, keine Kerzen. Licht aus und einfach nur den Sternenhimmel genießen.

In Berlin ist das schwierig. Wega ist gestern Abend zu sehen gewesen, er ist der fünfthellste Stern am Himmel. Pro-Tipp: Die App des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt verrät euch, was ihr da seht. Also, was ihr sehen würdet.

Ein Blick ins Feuer verdirbt die Nachtsicht.

Bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde könnten wir sehen, wenn die Erde den Meteorstrom der Perseiden durchquert. Das Problem: Lichtverschmutzung; schon mal gehört? Sie verhindert, dass wir bei Nacht den Sternenhimmel sehen können. Das Licht ist im Weg. Oder, korrekter ausgedrückt: Unsere Stadtlichter strahlen auf Partikel in der Luft über uns. Und die sind dann wirklich im Weg. Deshalb sind nachts oft Lichtglocken über Städten und sogar Dörfern zu sehen.

Und nun? Raus aus der Stadt. Raus auf die Felder, an die Küste, raus ins Niemandsland und lasst die Taschenlampe zu Hause. Ein Blick ins Feuer verdirbt die Nachtsicht; eure Augen werden sich an die Dunkelheit gewöhnen.

Übrigens ist auch das Mondlicht ein Gegner, wenn ihr in die Tiefen des Alls blicken wollt, schreiben die Experten vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Das macht aber nichts – in diesem Jahr ist der Mond zur entscheidenden Zeit nämlich abgeschaltet: Am Donnerstag ist Neumond.

Die dunkelsten Orte Deutschlands

Wo ihr hinfahren könnt, wenn ihr in strahlend hellen Städten lebt.

Bei Berlin

Als dunkelster Ort in Deutschland gilt der Sternenpark Gülpe. Den hat Zeit-Autor Fritz Habekuss im vergangenen Jahr besucht.

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Bei Köln & Koblenz

… liegt der Nationalpark Eifel. Dort darf man auf eine Auszeichnung durch die International Dark Sky Association hoffen.

 

Bei Frankfurt am Main

… liegt das Biosphärenreservat Rhön. Drum herum ist eine Pufferzone eingerichtet, die den Himmel vor Lichtverschmutzung schützen soll.

Bei Osnabrück, Bielefeld & Münster

Direkt bei Osnabrück liegt der Naturpark Terravita – Moment. Direkt bei Osnabrück? Ja, tatsächlich, so denken die Anwohner sich das. Der Park jedenfalls liegt am Rande Niedersachsens überraschend zentral: Von Bielefeld und Münster aus seid ihr mit dem Auto schnell da, von Hannover dauert’s zwei Stunden. Dafür fährt hier auch eine Bahn. Im Nordosten des Parks liegen Moorflächen, schreiben die Dark-Sky-Experten, da ist es dann tatsächlich ziemlich dunkel.

 

Auf den Inseln

Wo viel Wasser ist, da sind wenig Straßenlaternen. Habt ihr also eine Insel in eurer Nähe: Hin da!

Im Wald

Nein, nicht jeder hat einen Sternenpark oder ein Meer vor der Haustür. Macht aber nichts. Ihr könnt die Perseiden von jedem Ort aus sehen. Wo es dunkel ist, da seht ihr sie besser. Es kann das Gelände im Bayerischen Wald sein oder Felder vor dem nächsten Dorf.

P.S.: Mit ein bisschen Glück und wenig Gegenlicht seht ihr auch die Raumstation ISS. Wo? Schaut mal hier. Da verzeichnet die Nasa für viele Städte Deutschlands, wann die ISS zu sehen ist.

Achja, und wer die Perseiden verpasst, der kann Mitte Dezember die Geminiden anschauen. Die sind noch heller. Da müsst ihr nur noch auf gutes Wetter hoffen.

Update: Noch zwei Tipps unseres Lesers Bene. Geeignete Orte sucht er sich über die Karte bei darksitefinder.com; für Android-Telefone empfiehlt er die App „Sky Map„.