Poetry Slams für Klimaschutz: 5 Menschen mit ungewöhnlichen Weltretter-Projekten

Wer glaubt, dass internationale Klimapolitik langweilig ist, kennt diese jungen Klima-Aktivisten nicht.

Andreas Sieber

Junge Aktivisten demonstrieren mit Musik und Breakdance auf der UN-Klimakonferenz in Lima für mehr Klimaschutz. Andreas Sieber

Überall auf der Welt engagieren sich junge Menschen für Klimaschutz. Weniger als 50 Tage vor der vielleicht wichtigsten Klimakonferenz aller Zeiten sind viele junge Menschen bei den letzten Vorverhandlungen Bonn.

Chris Wright

Chris Wright ist nicht nur Aktivist und Teil der internationalen Klimaverhandlungen seit 2011. Er ist auch Poetry Slammer. Der 26-Jährige Australier hat deshalb SpokenWord4theWorld gegründet, einen weltweiten Poetry Slam zum Thema Klimawandel. Die Gewinner werden zur Klimakonferenz nach Paris kommen und dort beim Global Climate March auftreten.

Margaux Jobin

Margaux Jobin kommt aus Paris. Sie managed mehrere Projekte gleichzeitig: Gerade hat sie einen neuen Blog gestartet, die Climate Nerd Chronicles. Dort werden komplizierte Verhandlungsinhalte herunter gebrochen und wie sie begeistert erklärt „geeky“ dargestellt: Sind die Vorsitzenden der UN-Klimaverhandlungen eher Slytherins oder Huffelpuffs? Gryffindor ist offenbar schon mal keine Option.

Ansonsten organisiert die 24-Jährige Simulationen der Klimaverhandlungen für Schüler und Studenten auf der ganzen Welt. Mehr als 10.000 Teilnehmer auf über 80 solcher Simulationen hat Margaux bisher dieses Jahr koordiniert.

Vor der großen Klimakonferenz in Paris, der COP (Conference of the Parties), organisiert Margaux die COY, die Conference of the Youth. Mehr als 5000 junge Menschen kommen dazu nach Paris, um mit einer Jugendkonferenz einen Gegenstimme zu den alten Diplomaten zu sein.

René Kieselhorst

Der Berliner Student koordiniert das Jugendbündnis Zukunftsenergie – die größte deutsche Jugend-Delegation bei den Klimaverhandlungen. Seine ToDo Liste ist lang: Bloggen, Lobbyarbeit, Pressekonferenzen, Aktionen. „Mit guten Argumenten kann man hier wirklich was ändern. Das bedeutet natürlich einen Haufen Arbeit.“, erzählt René. Wie viel Schlaf er bei Klimakonferenzen bekommt? „So drei Stunden im Schnitt.“

Das Thema Generationengerechtigkeit besonders wichtig. Sein bisheriges Highlight war, sich zusammen mit 30 anderen Jugendlichen bei der Klimakonferenz in Warschau dafür einzusetzen, dass Generationengerechtigkeit auch tatsächlich ins Abkommen aufgenommen wird – mit Erfolg.

Angela Valenzuela

“Die Verhandlungen der Vereinten Nationen sind ziemlich kompliziert und eigentlich verstehen nur Diplomaten, Technokraten oder sehr privilegierte Menschen die Sprache hier. Wir sind bei diesen Verhandlungen und versuchen den Menschen zu erklären, was hier los ist mit der vielleicht universellsten Sprache: Musik“, sagt Angela. Sie ist aus Chile nach Bonn gekommen als Teil von Agualibre. Bei der Klimakonferenz in Lima hat sie für Christiane Figueres gespielt, die Vorsitzende der UN-Klimaverhandlungen.

Renee Karunungan

Renee ist eine der wenigen wirklich bekannten Klima-Aktivisten von den Philippinen. Sie legt sich mit Betreibern von Kohlekraftwerken an, organisiert Demonstrationen oder wird von der französischen Botschaft eingeladen. In Bonn ist Renee mit der Frauenrechtsorganisation Wedo, die sich für Menschenrechte und Gender-Gerechtigkeit bei den Klimaverhandlungen einsetzt. Denn Frauen werden besonders hart getroffen von den Folgen des Klimawandels.

So offensiv für Klimagerechtigkeit zu kämpfen, ist nicht ungefährlich auf den Philippinen. Manchmal verschwinden Umweltschützer einfach. Warum sie es trotzdem macht? „Es ist eine Frage der Menschlichkeit. Ich habe irgendwie schon immer an Menschenrechte geglaubt und der Klimawandel nimmt den Menschen diese Rechte, deshalb mache ich das.“