Polizei beschlagnahmt nutzlose Rettungswesten in der Türkei

In Izmir hat die Polizei mehr als 1200 Rettungswesten für Flüchtlinge beschlagnahmt – sie bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken.

© Bulent Kilic/AFP/Getty Images

Ein Lastwagen entlädt eine riesige Menge an Rettungswesten von Flüchtlingen, die am 13.11.2015 vom türkischen Festland nach Lesbos kamen. © Bulent Kilic/AFP/Getty Images

Die türkische Polizei hat mehr als 1263 falsche Schwimmwesten in einer Fabriksanlage im Hafen von Izmir konfisziert. Sie waren für Migranten gedacht, die über das Ägäische Meer nach Griechenland gelangen wollen. Die Beamten gaben an, dass in den Westen keine Auftriebshilfen waren. Stattdessen fanden sie darin herkömmliches Verpackungsmaterial. Unter den vier Arbeitern der Fabrik waren laut Französischer (AFP) sowie Türkischer (DHA) Nachrichtenagentur zwei syrische Mädchen. Ob kriminelle Absicht oder Profitgier dahintersteckt, ist noch unklar. Über Festnahmen ist bis jetzt ebenfalls nichts bekannt.

Vergangenen Dienstag wurden 34 Migranten tot an der türkischen Küste gefunden – viele davon trugen Schwimmwesten.

Im Jahr 2015 haben mehr als eine Million Flüchtlinge das Mittelmeer überquert. Der Großteil flüchtete über die Türkei nach Griechenland. Viele der Flüchtlinge kaufen sich für die Flucht über das Wasser Rettungswesten. Eine ordnungsgemäß funktionierende Weste kostet bis zu 150 Euro. Oft greifen Migranten allerdings zu den billigeren Alternativen für nur umgerechnet 14 Euro. Schutz bieten diese keine, berichtet die BBC.