Portemonnaie, Kohle und Karten verloren? Dank dieser Online-Fundbüros könntest du dein Zeug wiedersehen

Wenn du deine Brieftasche verlierst, kriegst du das Teil in den seltensten Fällen wieder – mit diesen Tipps und einer guten Portion Glück aber vielleicht doch.

© ze.tt/Leon Krenz

Portemonnaie weg? Online gibt's Hoffnung für Suchende. © ze.tt/Leon Krenz

Da hast am Wochenende das Tanzcafé zerlegt, auf dem Heimweg ’nen Moment nicht aufgepasst – und plötzlich ist dein Portemonnaie futsch. Nicht in der Hose, nicht in der Jacke, weg. Mit ihm sind auch dein Perso, die EC-Karte und das Bargeld abhanden gekommen. Fuuuck!

Quelle: DisneyPixar/Tumblr
Quelle: DisneyPixar/Tumblr

Erst mal ’ne Runde schimpfen – das macht ja bekanntlich klüger und attraktiver und gesünder und sowieso alles besser. Danach bleibt dir trotzdem nichts anderes übrig, als fix sämtliche Karten zu sperren. Das kannst du entweder direkt bei deiner Bank erledigen oder du klingelst unter der allgemeinen Sperrnummer Sturm: 116 116. Die Hotline hat den Vorteil, dass du auch Kunden- oder Mitarbeiterkarten mit nur einem Anruf sperren kannst. Eine vollständige Liste aller teilnehmenden Banken und Unternehmen findest du hier. Und beruhigend zu wissen ist auch: Im Jahr verzeichnet der Hotline-Betreiber 1,5 Millionen anrufe, du bist also nicht allein. Am Wochenende und in der Zeit vor Weihnachten klingelt es am häufigsten.

Als nächstes musst du dich um neue Dokumente kümmern. Das ist ziemlich ärgerlich, weil 1. zeitraubend und 2. teuer: Ein neuer Ausweis kostet je nach Wohnort locker um die 30 Euro, eine neue Geldkarte je nach Bank zwischen zehn und 20 Euro. Bis du die Sachen in dein neues Portemonnaie stopfen kannst, vergehen außerdem ein paar Wochen.

[Außerdem auf ze.tt: Wie ich mich in Schweden an ein Leben ohne Bargeld gewöhnte]

Aber was ist mit dem emotionalen Wert der Brieftasche? Vielleicht war ein besonderes Foto drin oder drölfzig Nummern, die du beim Clubbesuch ergattert hast. Wenn die Suche nach dem guten Stuck unvermeidbar ist, findest du sie möglicherweise mit diesen Tipps wieder. Eine Garantie gibt’s dafür natürlich nicht.

1. Der Klassiker: Frag bei den Läden in der Nähe nach

Verlassen wir für einen Moment den eigenen Körper: Was würdest du tun, wenn dir ein herrenloses Portemonnaie unterkäme? Du würdest es entweder sichtbar an der Stelle platzieren, an der du es entdeckt hast. Oder, noch besser, du würdest es in der Nähe bei einem Laden abgeben.

Falls du deine Brieftasche tatsächlich in einem Geschäft findest, bedenke Paragraph 971 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen.“ Kein Witz. Um genau zu sein: Fünf Prozent des Werts eines Fundstücks dürfen FinderInnen verlangen.

Auch für FinderInnen gibt’s Vorschriften: Laut Paragraph 264 des Strafgesetzbuches darfst du einen Fund nicht unterschlagen. Sofern er den Wert von zehn Euro übersteigt, bist du verpflichtet, ihn bei der Polizei beziehungsweise beim Besitzer zurückzugeben.

2. Gib online ein Gesuch auf

Natürlich kannst du um die Stelle, an der du glaubst, dein Portemonnaie verloren zu haben, großzügig Zettel aushängen. Leichter geht das übers Netz: Auf Fundbuero24.de kannst du kostenlos inserieren. Mobil funktioniert das Inserieren und Suchen besser über die App Zentrales Fundbüro. Fundsuche02.kivbf.de gibt dir die Möglichkeit, viele Fundbüros in Deutschland online nach deinem Hab und Gut zu durchsuchen.

3. Check regionale Facebook-Gruppen

In 30 großen Städten in Deutschland gibt es die „Nett-Werk“-Gruppen auf Facebook, zum Beispiel in Berlin, Hamburg, Köln und München. Dort organisieren sich seit circa 2009 Nutzer, um einander zu helfen. Bei mehreren tausend Nutzern pro Gruppe könnte es durchaus sein, dass jemand dein Portemonnaie gefunden hat. Einfach genauen Ort und die Zeit angeben und Däumchen drücken.

[Außerdem auf ze.tt: Der „Nett-Werk“-Gründer muss immer unnettere Nutzer ertragen]

Oft gibt es lokale Gruppen, in denen die Mitglieder ausschließlich Gesuche und Fundstücke posten. Solche Facebook-Gruppen findest du mit den Schlagworten „gesucht gefunden“ und deinem Stadtnamen, unter anderem sogar auf Malle.

4. Das neue Portemonnaie sichern

In diesem Moment bringt dir so eine Ansage herzlich wenig, aber wenn dir häufiger mal was verloren geht, kannst du dein Hab und Gut mit digitalen Hilfsmitteln sichern: Beacons nennen sich die kompakten Plättchen, die man an alles mögliche bappen kann. Ein Stick-N-Find-Plättchen kannst du zum Beispiel in dein Portemonnaie stecken, um es anschließend mit dem Smartphone wiederzufinden, indem du das Plättchen per App zum Blinken und Piepsen bringst. Ein Hoch auf die moderne Technik.